Darstellung der Leichenerscheinungen und deren Bedeutung : Unter staeter Berücksichtigung der haeufigsten Fehlerquellen bei Leichenuntersuchungen, vorzugsweise für Anatomen, Amts- und Gerichtsaerzte.
- Josef Engel
- Date:
- 1854
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Credit: Darstellung der Leichenerscheinungen und deren Bedeutung : Unter staeter Berücksichtigung der haeufigsten Fehlerquellen bei Leichenuntersuchungen, vorzugsweise für Anatomen, Amts- und Gerichtsaerzte. Source: Wellcome Collection.
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![viele Zerren, Häminern, Meissein diesen Lufteintritt ausserordentlich hier ])egünstigt: und es ist in der That nur zu wundern. dass dieser Luftein- tritt nicht noch öfters geschieht, als diess wirklich der Fall ist. Der Austritt von Blut in die Hirnsubstanz oder in die Hirnhäute kann durch eine ungeschickte und rohe Präparation des Schädeldaches an der Leiche erfolgen; es wird in den meisten Fällen leicht sein, darüber in's Klare zu kommen. Doch gibt es immerhin Fälle, in welchen die Diagnose Schwierigkeiten darbietet und man mit allen anatomischen Mitteln nicht zu einem Abschlüsse gelangt. Diese Fälle sind: Wenn das Blut entweder in die inneren Hirnhäute ausgetreten ist, oder sich zwar auf der äussern Fläche der Arachnoidea findet, aber bereits geronnen ist, wenn nicht eine, sondern mehrere scharf abgegränzte Blutgerinnungen vorhanden sind, und scharf abgegränzt sind diese Blutgerinnungen gewöhnlich durch den erhabensten Theil der Hirnwülste besonders dann, wenn merkliche Spuren von Quetschung oder Zerreissung der Hirnsubstanz und seiner Häute nicht zugegen sind; an Kindesleichen können auch blutige Transsudationen in Folge von Leichenhypostasen in den Hirnhäuten sich sehr rasch ausbilde)i und ich wüsste nicht, wie man sie von den im Leben entstandenen Hypostasen un- terscheiden sollte, indem in solchen Fällen auch die Berücksichtigung aller Möglichkeiten zwar es wahrscheinlich machen kann, dass die Transsu- dation das Ergebniss einer Leichenslase ist. aber eine vollkommene Sicher- heit ninuner wird geben können. Bei grossen Extravasaten, deren Folgen im Hirne deutlich genug allenthalben zu erkennen sind, ist die Diagnose in der Regel eine ziemlich leichte, doch handelt es sich in zweifelhaften Fällen auch nicht um diese, sondern eben um die Diagnose der kleinern. Wenn man mit einem spitzen Instrumente den Schädelknochen durch- stössl, um in dieHirnsubslanz zukonunen und, wie es gewöhnlich ist, dabei ein oder ein anderes Gefäss verletzt, so wird die den Stichcanal umgebende Hirnsubstanz früher erweichen, als das übrige Gehirn, auch dabei eine ganz leichte Rölhung zeigen. Dieser Umstand könnte nun allerdings nur von einem weniger Geübten für einen Beweis angesehen werden, dass eine in dieser Weise der Leiche beigebrachte Wunde, ülier deren Entstehung man natürlich nichts wusste, schon im Leben beigebracht worden sei. Wenn man aber das Instrument, mit dem man die Leiche verwundet, allenfalls vorher \\\\\ Blut verunreinigt hat, so wird nicht allein die {\[}\\ Wundcaiial umgebende Hirnsubslanz nach einem Zeiträume von ungefähr zwölf Stun- den um ein Bedeutendes weicher, sondern auch röther gefärbt erscheinen, und so könnte eine soIcIk'Wunde, wenn man deren Enlslelunig iiichi kennte, leicht für eine im Leben entstandene auchvon Geübteren anoenommen wer-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21050880_0051.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)