Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler.
- Albrecht von Graefe
- Date:
- 1911
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Credit: Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler. Source: Wellcome Collection.
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![d) Bei sehr genauer Beobachtung, besonders der Äquatorial- teile, bemerkt man häufig Chorioidalekchymosen. Diese ver¬ schwinden jedoch äußerst rasch, und es ist deshalb noch nicht ausgemacht, ob deren inkonstantes Erscheinen in der Krankheit oder lediglich in der Beobachtungszeit liegt. Jedenfalls sind sie nicht durchaus als Produkt der Operation anzusehen, da ich Gelegenheit hatte, sie mehrmals vor derselben nachzuweisen. Das Sehvermögen nahm in der Regel unmittelbar nach der Operation um einiges zu. Diese unmittelbare Zunahme entsprach, wie nach der Parazentese, dem Abflüsse des getrübten Kammerwassers. Der Grad derselben ist jedoch unbeträchtlich, wenn man sie mit der später erfolgenden sukzessiven Besserung des Sehvermögens vergleicht. Letztere läßt sich ebenfalls nur zum geringen Teil aus der Klärung der Augenflüssigkeiten ableiten, sie beruht meines Erachtens auf der Wiederaufnahme der Netzhautfunktionen, welche bis dahin (durch den intra¬ okularen Druck) gehindert waren. Es ist leicht, die Anschauung, daß die Wiederherstellung lediglich von der Klärung der brechenden Medien abhängig sei. zu widerlegen. Ich verweise z. B. an den Fall des Gause (Beob¬ achtung 2); in demselben war vor der Operation jede qualitative Lichtempfindung aufgehoben, und doch sah man mit dem Augen¬ spiegel noch einigermaßen die Konturen des Sehnerven. Dem¬ entsprechend hätte Patient auch noch größere Objekte erkennen müssen. 5 Tage nach der Operation war [503] ziemlich viel Blut in der vorderen Kammer, so daß bei der Augenspiegel¬ untersuchung der Augenhintergrund noch verwischter, als vor der Operation erschien; dennoch konnte Patient wieder Finger auf 3 bis 4 Fuß zählen. Es existiert überhaupt zwischen der Klärung der brechen¬ den Medien und zwischen der Restitution des Sehaktes durch¬ aus keine direkte Proportion; eine indirekte ist darin begründet, daß die Trübung sicher an vermehrte Ausscheidung von Flüssig¬ keit und diese wieder an Fortbestehen der Chorioiditis und Zunahme des intraokularen Druckes geknüpft ist. — Der Haupt¬ effekt auf das Sehvermögen ist in 2 bis 3 Wochen erreicht. Die Injektionsphänomene pflegen schon bei weitem eher ah¬ net auf en zu sein. Die Kornea wird in diesen Fällen immer wieder empfindlich, während dies in älteren Fällen nicht mehr gilt, weil sich alsdann wahrscheinlich Texturveränderungen in den zur Hornhaut gehenden Nerven ausgebildet haben, welche](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361730_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


