Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler.
- Albrecht von Graefe
- Date:
- 1911
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Credit: Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler. Source: Wellcome Collection.
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![exkavation so langsam sind, daß man sie oft in Zeiträumen von 3 bis 6 Monaten kaum nachweisen kann, da ferner selbst ein wirklicher Stillstand solcher Fälle bei andern Kurmethoden zuweilen einzutreten scheint. Obwohl letzteres freilich ohne alle prognostische Bestimmbarkeit stattfindet, so begründet es doch auch einen Unterschied gegen den stets progressiven, wenn auch häufig schubweise oder lent progressiven glauko¬ matösen Prozeß. — Demnach würde auch die Mitteilung von Krankheitsgeschichten aus dieser Gruppe unzweckmäßig sein. Über den operativen Eingriff selbst habe ich nur wenige Worte beizufügen. Es handelt sich um die Ausschneidung eines Irisstücks durch dieselbe Encheirese, wie sie sonst zur Anlegung einer künstlichen Pupille mittels Iridektomie ge¬ bräuchlich ist. Folgende Spezialrücksichten sind zu beobachten: 1. Die Wunden müssen so exzentrisch wie möglich an¬ gelegt werden, so daß die äußere Wunde ungefähr 1/2' weit in die Sklera und die innere Wunde gerade an die Grenze der Kornea und Sklera fällt. Auf [549] diese Weise ist es mög¬ lich, die Iris genau bis zu ihrer Ziliarinsertion herauszunehmen, und es scheint, daß dies zum Erfolge nötig ist, jedenfalls den¬ selben versichert. Da überdem wegen der begleitenden Mydriasis die Iris nur ein schmales Bereich einnimmt, so wird ein jedes Abweichen der innern Wunde von der Korneaperipherie die Masse des exzidierten Stückes um eine erhebliche Quote be¬ schränken. 2. Das exzidierte Stück muß möglichst groß sein, weshalb man sich einer breiten Lanze bedienen oder eine gewöhnliche ziemlich weit vorstoßen muß. Es unterscheidet sich hierin diese Operation von einer Pupillenbildung, z. B. bei Leucoma adhaerens, wo man bekanntlich Exzisionen von mittlerem Um¬ fang aus optischen Gründen den zu massenhaften vorzieht. Je intensiver der Prozeß, je ausgeprägter die Druckzunahme ist, desto umfangreicher rate ich die Exzision auszuführen. — Was die Operationsstelle anbetrifft, so ist dieselbe hier begreif¬ licherweise ziemlich gleichgültig. Ich pflege die Exzision nach innen zu verrichten; will man in kosmetischer Rücksicht be¬ sonders skrupulös sein, was des Alters der Patienten halber meist unnötig ist, so kann man die Exzision nach oben machen, obgleich ich wirklich die Entstellung durch ein nach innen angebrachtes Kolobom nicht erheblich und bei dunkeln Augen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361730_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


