Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler.
- Albrecht von Graefe
- Date:
- 1911
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Credit: Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler. Source: Wellcome Collection.
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![erwähnte Frau (Beob. 7, s. S. 23). Es war die Kranke, welche auf einem Auge an chronischem Glaukom erblindet war, auf dem anderen an Katarakt litt, dann auf dem letzteren von aku[131]tem Glaukom befallen wurde und durch Iridektomie mit nachträglicher Kataraktextraktion ihr Sehvermögen wieder erhielt. 9 Monate später, als dieselbe längst in ihre Heimat zurückgekehrt war, traten auf dem erblindeten Auge heftige glaukomatöse Entzündungen ein; da Patientin sehr entfernt war, wurde auch mit der Iridektomie lange gezögert und schien nach brieflichen Berichten des Arztes das früher operierte seh¬ kräftige Auge mitzuleiden. Eine weitere Beobachtung lehrte jedoch, daß diese Mitleidenschaft sich durchaus nur auf die äußeren Teile (Tränen-Konjunktivalreiz) bezog und daß nach dem Ende der Entzündungen die Sehprüfungen genau so wie damals ausfielen. Bei den in der späteren Periode des akuten Glau¬ koms Operierten zeigte die längere Beobachtung, wie ich bereits damals angedeutet habe, eine große Verschiedenheit der Erfolge. Nirgends sah ich jedoch, wenn das Gesichtsfeld zur Zeit der Operation noch nicht erheblich beschränkt war, einen Ausgang in völlige Erblindung eintreten. Selbst bei der damals als rezidiv zitierten Mad. Sack aus Wien (s. S. 27) scheint ein Stillstand in der Abnahme des Sehvermögens eingetreten zu sein. (Patientin erkennt, einem jüngst erhaltenen ärztlichen Bericht zufolge, Finger auf 15', liest mit + 15 die Schrift Nr. 16, der Höhen¬ durchmesser des Gesichtsfeldes, auf 1' Abstand gemessen, be¬ trägt 1', der Breitendurchmesser 11.) Bei jeder sehr erheb¬ lichen Verengung des Gesichtsfeldes muß die Prognose für die Dauer der Heilung vorsichtig, je nach den näheren Umständen mehr oder weniger bedenklich gestellt werden. Sehr getrübt ist die Prognose allemal bei den schlitzförmig verengten Ge¬ sichtsfeldern, besonders dann, wenn der Fixierpunkt bereits hart an der Grenze des Gesichtsfeldes liegt. Trotz mancher temporären Besserungen und häufigen Stillständen für längere Zeit [132] habe ich in der Mehrzahl solcher Fälle allmählich wieder ein Sinken des Sehvermögens beobachtet, welches einige¬ mal zu einem vollkommenen Erlöschen, häufig dahin führte, daß die zentrale Wahrnehmung auf hörte und mit der exzen¬ trischen Fixation natürlich die Distinktionsfähigkeit außerordent¬ lich herunterging. Beispielsweise zitiere ich aufs neue den W. Höf fl er (Beob. 9, s. S. 28), dessen linkes im Prodromal-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361730_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


