Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler.
- Albrecht von Graefe
- Date:
- 1911
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Credit: Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler. Source: Wellcome Collection.
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![in denen es unter den Er[136]scheinungen fortschreitender Seh¬ nervenatrophie zur vollkommenen Erblindung kam, und end¬ lich solche, in denen nach einer durch die Operation verschafften Verbesserung ein Sinken des Sehvermögens bis auf einen gewissen Punkt, alsdann aber wieder vollständiger Stillstand eintrat. In diese letztere Gruppe gehört z. B. das linke Auge der, als Beobachtung 10, s. S. 30, zitierten Mad. Hoff mann. Bei dieser Patientin trat, wie schon damals erwähnt, 3 Monate nach der Operation eine namhafte Verschlechterung ein, seit der Zeit bis jetzt absolut derselbe Zustand; der Augenspiegel zeigt einen ziemlich weißen Sehnerv mit verengten Gefäßen. (Bei der unter Beobachtung 11 und 13, s. S. 30, zitierten Patientin ist, soweit die ärztlichen Berichte reichen, keine Ver¬ schlechterung des durch die Operation erlangten Sehvermögens eingetreten. Bei dem unter Beobachtung 12, s. S. 30 zitierten Carl Wagner ist das Sehvermögen in steter Abnahme.) Einige Fälle von chronischem Glaukom sind in meiner Beobachtung, in denen, selbst bei stark exzentrischer Fixation, das durch die Operation erlangte Sehvermögen unverändert geblieben ist. — Über die die Prognose genauer bestimmenden Momente habe ich ebenfalls nichts Neues hinzuzufügen, auch fürchte ich sehr, daß hier ein ziemlich weiter kasuistischer Spielraum bleiben wird, weil der eigentliche Brennpunkt der Frage, nämlich das Verhalten des Sehnerven (und der Netzhaut), nachdem dem¬ selben einmal eine substantielle Veränderung zuteil geworden ist, aller Wahrscheinlichkeit nach sich einer strengen Bestimmung entzieht. [137] Einen für die Theorie außerordentlich wichtigen Bei¬ trag glaube ich heute dadurch geben zu können, daß in den geeigneten Fällen eine Verstreichung der Papilla optici, d. h. eine Verbesserung der exkavierten Form kurz nach der Pupillen¬ bildung nachweisbar ist. Es war mir dieser Nachweis, wie aus meiner damaligen Arbeit hervorgeht, früher nicht gelungen, so sehr ich mich danach bemüht hatte. Um hierüber eine Überzeugung zu gewinnen, muß man eine ganz bestimmte Gruppe von Fällen auswählen, nämlich Fälle von chronischem Glaukom, welche nach einer bestimmten Dauer einen mehr akuten Charakter gewonnen. Ganz frische Fälle von akutem Glaukom sind deshalb unbrauchbar, weil in denselben keine](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361730_0049.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


