Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler.
- Albrecht von Graefe
- Date:
- 1911
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Credit: Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler. Source: Wellcome Collection.
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![welche ich früher (vgl. A. f. 0. Bd. III, 2. S. 529) nicht ohne ein gewisses Unbehagen vermißte. Daß man nicht immer und unter allen Umständen eine Rückbildung der Papilla er¬ warten darf, ist ebenso begreiflich, als daß die Hornhaut¬ anästhesie und Iridoplegie nicht zurückgehen, wenn einmal die durch Druck erzeugten Veränderungen in den Ziliarnerven eine gewisse Höhe, die sich der Rückbildung entgegenstemmt, über¬ schreiten. Ein fernerer Beleg für die von mir gegebene Theorie ist die in einzelnen Fällen deutlich zu konstatierende Zunahme des Brechzustandes nach der Operation. Überzeugende Fälle sind in dieser Beziehung allerdings sehr selten, weil sich bei der vor der Operation vorhandenen Trübung des Sehvermögens optometrische Resultate schwer erhalten lassen. Dennoch habe ich mehrmals beobachtet, daß ein zwischen dem glaukomatösen und dem gesunden Auge bestehender Refraktionsunterschied sich nach der Iridektomie nicht mehr nachweisen ließ. Statt Zahlen anzuführen begnüge ich mich mit der Mitteilung, daß zwei im vorigen Semester Operierte vor der Operation große Schrift mit einem Konvexglas (-{- 6) mehrere Zoll weiter sahen, als nach derselben, obwohl die Sehschärfe sehr erheb[141]lich durch die Operation verbessert worden war. Dies kann sich nur durch die herbeigeführte Heranrückung des Fernpunktes erklären. Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die Zunahme der Presbyopie, welche bereits im Prodromal¬ stadium stattfindet, und welche während des glaukomatösen Leidens sich häufig rasch steigert, in der Abflachung der Horn¬ haut ihren Grund hat; ebenso daß deren Rückbildung von einer vermehrten Wölbung der Hornhaut herrührt. Dr. Lieb¬ reich hat an einigen von meinen Glaukomatösen hierfür sprechende Messungen mit dem Helmholtz sehen Ophthalmo¬ meter gemacht. Dieselben werden zur Veröffentlichung ge¬ langen, sowie eine genügende Anzahl einschlägiger Fälle an¬ gehäuft ist. Endlich hat, glaube ich, meine Anschauungsweise in der weiteren pathologisch-anatomischen Verfolgung der Sehnerven¬ exkavation besonders durch H. Müller (vgl. dessen Arbeit über diesen Gegenstand) eine feste Stütze gefunden. — Die spätere Entstehung der Ektasien in der äquatorialen Gegend des Bulbus zeigt einen so durchaus analogen Charakter mit der Sehnervenexkavation, welche man vielleicht einst als Staphy-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361730_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


