Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler.
- Albrecht von Graefe
- Date:
- 1911
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Credit: Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler. Source: Wellcome Collection.
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![optische Hindernisse abge[147Jben, es können in den Glaskörper eingelagerte Produkte durch ihre Schrumpfung die Netzhaut von der Aderhaut ablösen — dies alles gehört in eine Kategorie von Ausgängen, in welchen die Erblindung durch die Fort¬ schritte eines entzündlichen Leidens mit permanent nachweis¬ baren Strukturveränderungen der inneren Membranen eintrat. Nun gibt es einen andern Ausgang, der, so häufig er ist, bis¬ her noch nicht genügend hervorgehoben war und den man mit Fug und Recht als ein traumatisches Glaukom bezeichnen kann. Während der Linsenblähung wird der Bulbus sehr hart, Hornhautnarben, wenn solche z. B. nach Verletzungen vorhanden waren, werden prominent, die Hornhaut selbst unempfindlich, die vordere Kammer flacher, die Iris verfärbt sich, aber nicht durch entzündliche Hyperämie, sondern sie bekommt ein fahles, schmutziges Aussehen, und es zeigt sich besonders an den Stellen, wo nicht etwa hintere Synechien vorhanden sind, eine Tendenz zur Ausbuchtung, so daß der Sachkundige einen ge¬ wissen Grad von Iridoplegie nicht verkennen kann. Erlauben die Verhältnisse der Lichtdiffusion unter diesen Umständen eine Prüfung des Gesichtsfeldes, so gewahrt man, vielleicht noch bei entsprechendem zentralen Sehvermögen bereits laterale Verengung des Gesichtsfeldes. Bei stärkerer (aber nicht kompletter) Lichtdiffusion im aufquellenden Linsensystem ist Beschränkung des Gesichtsfeldes oder wenigstens Undeutlichkeit des exzen¬ trischen Sehens stets zu vermuten, wenn ein vor dem Auge hin und her bewegter Lichtquell (Lampe) unsicher fixiert, die Richtung langsam oder überhaupt gar nicht aufgefunden wird. Wird unter diesen Umständen nicht eingegriffen, so pflegt nach beendeter Linsenaufsaugung zwar eine untadelhafte Pupille, aber ein geringes oder gar kein Sehvermögen erreicht zu sein. Die früheren [148] in größerem oder geringerem Maße vor¬ handenen Reizerscheinungen gehen zurück, und nur ein ge¬ wisser, oft nicht erheblicher Grad von Entfärbung der Iris und Iridoplegie verrät den frühem Zustand. Gewöhnlich erklärte man sich diese Erblindung durch die protrahierte Choroidalreizung bzw. Chorioiditis, Ergüsse im Innern des Auges, Netzhautlösungen und derlei. Von alledem weist aber der Augenspiegel in den bezüglichen Fällen nichts nach. Dagegen zeigt sich Sehnervenexkavation. Der Hergang war folgender: durch den Reiz der aufquellenden Linse entstand innerer Kon¬ gestivzustand und Hypersekretion von Glaskörperflüssigkeit,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361730_0057.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


