Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler.
- Albrecht von Graefe
- Date:
- 1911
Licence: Public Domain Mark
Credit: Albrecht von Graefe's grundlegende Arbeiten über den Heilwert der Iridektomie bei Glaukom / eingeleitet und herausgegeben von Hubert Sattler. Source: Wellcome Collection.
67/88 page 63
![perzeption in der Regel durch Sehnervenexkavation bedingt wird. Jene Komplikationen veranlassen weit häufiger Phthisis bulbi. Das glaukomatöse Aussehen, welches solche Augen — mutatis mutandis — mit der Zeit annehmen, ist übrigens von altersher bekannt, ebenso die Tatsache, daß eine gleichzeitige Prominenz der vorderen Bulbushemisphäre und Härte des Bulbus bei ektatischen Hornhautnarben beinahe konstant Amau¬ rose anzeigt. In therapeutischer Beziehung wird hier aller¬ dings bei abgeschlossenem Übel nicht viel zu tun sein. Von unendlicher Wichtigkeit aber ist die Beobachtung der Druck¬ symptome während der Bildung und Verdichtung von Horn¬ haut narben. Wir haben hier die verschiedensten Verhältnisse hervor¬ gehoben, welche in ihrem weiteren Verlauf durch Vermehrung des intraokularen Drucks zu einem glaukomatösen Habitus des Auges führen können. Es waren: traumatische Katarakt, Iritis, Iridochorioiditis, Staphyloma posticum, die hydrophthal- mischen Formen und ektatische Hornhautnarben. Wenn wir von diesen Krankheiten sagen, „sie werden glaukomatös“ oder „sie drohen mit glaukomatöser Erblindung“, so heißt dies, daß durch Druckzunahme eine Rückwirkung auf die Sehnervenpapille in analoger Weise, wie beim typischen Glaukom, stattfindet. Es heißt zugleich, „daß eine Abhilfe nur durch die Anwendung des druckvermindernden [161] Apparates zu erhoffen ist“. Ohne die andern Mittel, als Mydriatica, Parazentese und die Entfernung der auf quellenden oder dislozierten Linse zu verdrängen, spielt doch auch hier die Iridektomie eine sehr bedeutende Rolle: sie ist es, die häufig genug da hilft, wo alle andern Mittel ihren Dienst versagen. Es ist weniger eine spezielle Beziehung zu dem einen oder dem andern Krankheitsprozeß, als die all¬ gemein druckvermindernde Wirkung, welche den Wert der Operation bestimmt und ihre Anwendung motiviert. Jedenfalls ist hier für eine auf Pathogenese gestützte Therapie noch ein reiches Eeld.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b31361730_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


