Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![überein, dass er Heraklit's Physik bei seiner Lehre von den »blos menschlichen Meinungen« über die Gründe der Natur- erscheinungen besonders berücksichtigt hat ^). Ol §s cpopsövxai xtücpoi ö\i(bc, xocpXoL xe, xS'S-VjTiÖTes, dcxpixa cpöXa, ofg xö TceXsiv xs %iy.l ouv. sTvat, xaöxöv vevcfiiaxat x' ou xauxöv udcvxcov Ss Tca- XivxpoTtög £0X1 xsXsuSos. Denkt man an die oben S. 28 Anm. 17 an- geführten Aussprüche Heraklit's xaüxö x6 C|tov ual xs^'vvjxöc: u. s. w. , an das Fragment sliJisv xs xal oüv. zl\isv Sehleierm. S. 143, so ist es sehr wahrscheinlich, dass P. auf Heraklit zielt. Das cpopsövxat, überträgt auf Heraklit und seine Anhänger dessen Satz nävxa cpipsa^ai., dieselbe An- spielung, wie Plat. Theaet. 179, e. Die allerdeutlichste Anspielung aber liegt in dem TcaXivxpoTiog xeXeuO-og, vgl. S. 29. Anm. 18. 9) Als Grrund davon, dass er aiich die §ögai der Menschen vorträgt, trotzdem dass ihnen keine Wahrheit zukomme, gibt P. v. 121 an, »da- mit keine Meinung der Sterblichen unbesprochen bleibe.« Dass er aber dessungeachtet diese yvcüp-V] ßpoxwv seiner eigenen Ansicht vom Seienden möglichst annähert, geht auch noch aus Weiterem, als oben angeführt wurde, hervor. Die beiden Elemente, das Lichte und das Nächtige, »füllen mit einander allen Raum kontinuirlich aus« (v. 125 ff.) wie diess auch das öv thut. Wie dieses Kugelgestalt hat, so besteht auch das sinnlich sichtbare Universum aus axecfävat, Hohlsphären, deren grössere die klei- neren umschliessen, und in welchen die beiden Elemente gleichmässig vertheilt sind. In der Mitte oder zu unterst schwebt im Weltraum eine Kugel, die aus dem dunkeln oder festen Element besteht, wahrscheinlich die Erde. Sie ist umgeben von einer axscpccvv] TtupmSvjg (Luft); dann folgen wei- tere aus beiden Elementen gemischte 0x89«^at (die Sphären der der Erde nä- heren Sterne), auf diese wiederum eine oxscpävy] uupcüSTjg (der Fixsternhimmel oder auch das pythagoreische Feuer des Umkreises), auf diese endlich eine oxecpdcvT) aus dem festen dunkeln Element bestehend (axspsä), »wie eine Mauer« den ganzen Weltraum als oberste Hohlkugel einschliessend. In der Mitte der gemischten axscpdcvat, (also im Sternenhimmel) thront eine Göttin , Aaiiiwv, auch Aixyj, Aväyxv] (vgl. Heraklit ob. S. 33) u. a. genannt, welche Alles leitet, namentlich den Lebensprocess, indem sie die Seelen bald sx xoö äiicfavoSg slg xö asiosg sendet , bald umgekehrt (Seelenwanderung). Alles, was ist, hat xivd yvöaiv (»Sein und Denken sind xa'jxöv«); selbst der Todte hat zwar keine Empfindung von Licht und Wärme und Leben, weil aus ihm das belebende Peuerelement entwichen ist, wol aber empfindet er Kälte und Stille und was sonst den Gegensatz zum Lebendigen biklet. Mit dieser Lehre, dass jedes Element das ihm Gleichartige empfindet, sowie mit der Lehre von der Kugelgestalt des Seins, ist P. Vorgänger des Empedokles (vgl. ob. S. 36 ff.) — Zu be- achten ist, dass die Lehre von der Einartigkeit und Gleichheit des Seien- den mit sich selbst (S. 90) nicht so zu verstehen ist, als gäbe es inner- halb des Seienden keinen Qualitätsunterschied; zum Seienden gehört ja](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


