Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![was und wie es auch sei; nicht darauf, ob Etwas wahr und recht an sich ist, sondern darauf, wozu man die Menschen bringen kann, kommt es au. Daher bildeten die Sophisten die Redekunst besonders aus als dvxcXoytXY] x£X'*''i*)i ^^^ ^^^ Kunst, für und gegen jede Sache zu sprechen und insbesondere, wie es genannt wurde, »die schwächere Rede zur stärkern zu ma- chen« (xöv yjxxü) Xoyov upeixxco Txocetv) ^), d. h. gerade auch solche Behauptungen, welche nach gemeiner A.usicht unhaltbar oder schwer zu vertheidigen sind, als beifalls- und glaubenswerth darzustellen. Es versteht sich von selber, dass es bei solchen Ansichten den Sophisten nicht um Ergründung der Wahrheit, sondern lediglich um Erweckung rhetorischen Scheines zu thun sein konnte. Plato und Aristoteles definiren die Sophistik desshalb geradezu als die Kunst, Schein zu erregen, als xe)(vrj cpavxa- axtXY] ^) , als Scheinweisheit, cpacvojjievTj aocpia ''). In der Tbat beruhte die Stärke der meisten Sophisten nicht auf einem der Sache auf den Grund gehenden Wissen, sondern auf der Fertig- keit zu reden. Das Reden über Gegenstände aller Art war ihnen die Hauptsache. So rühmt sich Hippias bei Xenophon®), dass er über jeden Gegenstand jedesmal wieder etwas Neues zu sagen wisse; Gorgias erbietet sich bei Plato (Gorg. 447, c), jede Frage, die an ihn gestellt werden wolle, auf der Stelle und aus dem Stegreife zu beantworten ^). Je weniger es den Sophisten sonach zu thun war um An- bau und Pflege der Wissenschaft um ihrer selbst willen, desto eifriger wandten sie ihre Fertigkeit in Rede und Vortrag dazu 4) Plat. Soph. 282. Rep. V, 454. 5) Aristot. Rhet. 11, 24. p, 1402, a. Arist. Nub. 882 sagt Strepsiades zu Sokrates: ÖTroog 5s (Phidippides) Ixstvco xö) löyo) [laO-Tgastai,, töv xpstx- xov', äoxig soxi, xal xöv •?]xxova, 8g xdc§ixa Xsycov Ävaxpsixet, xöv xpsixxova* lav Ss \iri, xöv yoüv äSwov Tiäaig» liyy^- Sokr.: auxög \ioi.%-rjaBzo:.i uap' auxoTv zoiv Xöyoiv. Streps. : lyöJ 5' aTC£i[ii' loüxo youv ^iSjivyja', Suwg ixpög uävxa xa §t- xat' dvxiXsysiv SuvT^asxat. 6) Plat. Soph. 236, c. 7) Arist. Met. IV, 2, 24. Elench. Soph. 1. 8) Mem. IV, 4, 6: usipwjjbai xaivöv xi Xeysiv dst. 9) Quint. XII, 11, 21: Grorgias quoque summae senectutis quaerere auditores, de quo quisqae vellet, jubebat.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0116.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


