Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![Protagoras der Behauptung -/.ivelad-ai zcc uavxa au (vgl. p. 166, c—d), und p. 152 f. sagt Sokrates, im Geheimen (cv dTcoppyjxcp) habe P. seinen Schülern die Lehre mitgetheilt, dass nichts an und für sich so oder anders sei, sondern Alles in stetem Wer- den begriffen sei; p. 166, d dagegen behauptet Protagoras nur diess als Das, was er »geschrieben« habe, jj-expov exaaxov ■yjfjtwv ecvac xwv xs övxwv %od [iy], und auch p. 179. 183 wird seine Lehre zwar mit der der Herakliteer zusammengestellt, zu- gleich aber als eine mit dieser nur verwandte, nicht identische behandelt^''). Wie diess aber auch sei, seine Behauptung ist: das individuelle Vorstellen oder Meinen ist das Maass alles Er- Ivennens, »Alles ist (gleich) wahr« (D. L. IX, 51) ^) , Irrthum und Widerlegung sind unmöglich (D. L. IX, 53 w? oux eaxt,v avxtXsyetv), weil von Allem das Entgegengesetzte behauptet wer- den kann, Sätze, wegen deren Aristoteles die protagoreische Lehre der Läugnung des Satzes des Widerspruchs gleichstellt, Met. IV, 5. 2. (xorg-ias. Der berühmteste Sophist seiner Zeit, nächst Protagoras, war Gorgias. Geboren zu Leontium in Sicilien kam er wäh- j-end des peloponnesischen Kriegs 427 v. Chr. nach Athen, um die Sache seiner durch Syrakus bedrängten Vaterstadt zu führen Diod. Sic. XII, 53. *). Durch die Neuheit seiner kunstreichen 2'^) Walirsclieinlich (vgl. Ritter et Preller p. 135) setzte P. die he- raklitische Lehre von der po-q der Dinge mit der von der aiaOTjotg in eine ihm eigenthümliche Verbindung. Es ist nichts vorhanden als Bewegung, und zwar unendlich vieler sich Bewegender (ausipa); innerhalb dieser Bewegung gibt es Wirkendes (uotouv) und Leidendes (Träoxov) oder Affici- rendes und Afficirbares; wenn eine Affektion eines Afficirbaren durch ein Af'ficirendes eintritt, so entsteht ebendamit eine alaS-yjaig; alle Empfin- dungen und daraus entstehenden Vorstellungen u. s. f. sind nur momen- tane Produkte solcher Affektionen und sind ohne diese gar nicht vor- handen; Weiss, Schwarz, Leicht, Schwer und so alle und jede Empfin- dung u. s. f. sind nichts an sich Seiendes, sondern blos Produkte von Aft'ektionen des Subjekts (uäaxov) durch ein Objekt (uotoöv). Plat. Theaet. p. 152 f. 156. Arist. Met. IX, 3. 3) Vgl. Arist. Met. IV, 5, 1: to §oxo5vxoc Tiävxa xal cpaivöfJieva äXvj^tj slvau 4) f;v xtöv drcsataXiisvcov dpxtupsaßsuTVjg Fopy^as ^ f^^/twp, Ssivötyjti Xöyou](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0123.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


