Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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Credit: Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin. Source: Wellcome Collection.
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![zwischen der Philosophie und den besondern Wissenschaften keine feste Grenzlinie ziehen; auch haben über den Umfang der Philosophie zu verschiedenen Zeiten verschiedene Ansichten geherrscht, so dass die Grenzen dessen, was in die Geschichte der Philosophie gehört, nicht nach einer für alle Zeiten gleich- bleibenden Norm gemessen werden können ^). Im Allgemeinen aber lässt sich hierüber folgende Norm aufstellen : die Geschichte der Philosophie habe zu ihrem Gegenstand diejenigen wissen- schaftlichen Untersuchungen, weiche im Laufe der Zeit über die letzten Ursachen und obersten Gesetze, über Wesen und Zu- sammenhang der geistigen und natürlichen Welt angestellt worden sind. 2. Die Philosophie hat eine Geschichte oder zeitliche Ent- wicklung. Sie existirt nicht als fertiges System des Wissens, sondern nur in der Form verschiedener aufeinanderfolgender Zeitphilosophieen. Es hat diess darin seinen Grund, dass die Philosophie demselben Gesetze allmäiiger Entwicklung unter- steht, wie das Geistesleben der Menschheit überhaupt, und dass sie mit diesem und seiner Entwicklung aufs engste zusammen- hängt. Das Geistesleben der Menschheit ist nicht mit einem Male fertig und steht nie und nirgends still; wir sehen es viel- mehr im Lauf der Weltgeschichte in steter langsamerer oder schnellerer Aenderung begriffen; wir sehen, w^enn wir die ver- schiedenen Epochen der Weltgeschichte unter einander verglei- chen, dass in ihnen auch verschiedene Anschauungen vom We- sen der Dinge oder verschiedene Weltanschauungen geherrscht haben, und wir können nicht verkennen, dass diese verschie- denen Entwicklungsstufen im Grossen imd Ganzen zugleich einen Portschritt des menschlichen Geistes zu einer stets zu- unterscheidet sich nach ihm von der Erfahrung durch das Xöyov ixetv, dadurch, dass sie xo biöu -Aal xvjv alxiav yvcDpi^si, während die Empirie nur das öxi weiss (Arist. Met. I, 1, 15.). Es bewegt sich folglich die Phi- losophie uepl xa, ixpwxoc oCixux xal xäg «PX'^S !> !> 25. Genauer: sie ist die Wissenschaft der obersten oder letzten Ursachen und Gründe, f; twv Tipcö- xQ)v xal aMü)v ■S'scopyjxixv] I, 2, 14. 3) Es ist in alten Zeiten Vieles zur Philosophie gerechnet worden, was heutzutage eine besondere Wissenschaft bildet. Bei Aristoteles Zoo- logie u. s, w.i noch bei Cartesius die Mechanik.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)