Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![das Urwesen des Änaximander als stofflich, als uXt] zu denken ist, und nicht als dynamisches Prinzip, ist unzweifelhaft, da Änaximander insgemein zu den Physikern (cpuacxoc) gezählt wird (zu den ^uatxot rechnet ihn Aristoteles Phys. 1,4; zu den cpuatoXoyot Ders. III, 4). Ungenau drücken sich Spätere (z. B. Diog. L. II, 1) so aus: Änaximander habe statt des Wassers oder eines andern bestimmten Elements das Unendliche, xö ocTCStpöV, zum Prinzip gemacht. Gerade darin bestand, wie Ari- stoteles wiederholt erinnert (s. m. Anm. zu Met. I, 5, 28), der Hauptunterschied zwischen den jonischen Physiologen und den Pythagoreern, dass die Letztern das Unendliche als solches (autö x6 austpov) zu einem Prinzip der Dinge gemacht haben, während Jene ein materielles Substrat unterstellten , dem sie nur das Prädicat der Unendlichkeit beilegten. Das Letztere ist auch der Standpunkt Anaximanders : wenn er seinen Ur- grund unendlich nennt, so bezeichnet er damit nur dessen un- erschöpfliche P^rzeugungsfähigkeit (Plut. de plac. phil. I, 3, 4: das Urwesen ist &7zeipov, Iva ij yevsacg [xtjosv eXXeiTZ'Q). 3. Änaximander zeigt sofort, wie die wirklichen Dinge aus dem unendlichen Urgrund hervorgegangen sind. Er lässt aus seinem qualitätslosen Urstoff, vermöge der ewigen Bewegung, 5ta xfic, ixioiou xtv^aswg (Simpl. in Phys. f. 6.), die demselben inwohnt, die obersten elementarischen Gegensätze (ivavxcor/jteg), das Kalte und Warme, sich ausscheiden, und aus diesem Grund- gegensatz des Kalten und Warmen lässt er sodann, freilich mittelst phantastischer Annahmen, in welchen sich die Kindheit der damaligen Naturforschung spiegelt, die wirkliche Welt her- vorgehen ''). Das unendliche Urwesen ist aber dem Anaximan- piatöv XI, Toö ^isv öSaxog XsTtiöxspov, xoQ 5s äipoc, Truy.vöxepov (S. in Arist. de coelo f. 151), ist mit grosser Gründlichkeit wieder aufgenommen und ver- theidigt in der Schrift von Dr. Lütze, lieber das ÄTistpov Anaximan- der's, 1878. Allein: dass A.'s apx4, wie quantitativ dcTisipog, so qualitativ ddpLaxog gewesen, ist von Theophrast (Simpl. Ar. Phys. fol. 6), Porphyr (f. 32) u. A. (Schleiermacher S. 175) so entschieden bezeugt, dass jenes [jisxag'j V.. X. X. immer noch zu bestimmt lautet und das Asixxdxspov öSaxog, Ti'rxvöxspov dspos auf Rechnung der Interpreten kommen zu müssen scheint (s. bei L. selbst S. 132). 7) Die Erde gebiert lebende Wesen, die aus Wasserblasen hervor- wachsen, und mit einer dornigen Rinde umgeben sind (cfXoioTs mpizy^o- lieva äxavö-ojSsai). Diese Rinde springt mit der Zeit, Plut. Plac. V, 19. 2*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)