Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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Credit: Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![sagen konnte, Heraklit vertraue ebenso fest seinen Meinungen, als Andere ihrem Wissen, Eth. Nie. VII, 5: evioi ucaTsuouatv oöSev -^TTOV olc, oo^al^ouacv, v) exspoc olc, eTziaxocvxtxi • §7]Xot 5' 'HpaxXetxoi;. Seine Lehre legte Heraklit in einer Schrift nieder, die bei den Alten in grossem Ansehen stand. Sie wird unter verschie- denen Titeln angeführt; ursprünglich führte sie, wie es scheint, den Titel uspc cpuasw? ^). Ueber ihre Dunkelheit wird von den Alten viel geklagt^); Heraklit erhielt davon den Beinamen »der Dunkle« (6 a^ozeivoc, — zuerst Pseudoarist. de mundo 5). Aber eine ganz leere Vorstellung späterer Schriftsteller ist es, He- raklit habe absichtlich dunkel geschrieben, damit seine Schrift der unphilosophischen Menge unzugänglich bleibe (D. L. IX, 6). Die Dunkelheit derselben erklärt sich zunächst aus der Unbe- hülflichkeit der ältesten Prosa, die besonders in der Wortfü- gung noch sehr roh und unausgebildet war, wesswegen auch Aristoteles klagt, es sei so schwer, Heraklits Sätze richtig zu construiren ^). Ferner hatte die älteste Prosa, da sie sich erst aus der Poesie herausbildete und der dialectischen Fertigkeit noch entbehrte, eine Neigung zur bildlichen, mythischen, gno- menartigen Ausdrucksweise. So herrschte auch in der Schrift Heraklits die Bildersprache vor, sie war reich an derben Grleich- nissen, reich an treffenden Sinnsprüchen voll schlagender Kraft. Hiezu kam endlich Heraklits philosophisches Naturell, der Drang seines Geistes, die Gedanken in unvermittelter Tiefe auszusprechen. Aus dieser Geistesrichtung entstand seine abge- rissene, sentenziöse, in orakelhaften Bildern sich fortbewegende Darstellung, die aber eben hiedurch nicht selten schwungvoll und erhaben wird ^), Heraklit war ohne Frage der tiefsinnigste und genialste Denker unter den vorsokratischen Philosophen. Sokrates soll über seine Schrift geäussert haben, was er davon verstanden habe, sei vortrefflich, und von dem, was er nicht verstanden, glaube er, dass es ebenso sei; allein die Schrift 6) D. L. IX, 5. 7) aiviXTTjg Timon ap. D. L. IX, 6. 13. 16. 8) Arist. Rhet. III, 5: t« 'HpaxXsixou Siaaitgai, epyov, Siä xö dcöTjXov stvai, uoxsptp TxpöoxsLxai, xcp üaxepov 'i^ xtp Txpöxepov. 9j Xaiinpcög D. L. IX, 7.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0036.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)