Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
40/480 page 28
![aus sich hervorbringt, und somit überall Dinge von entgegen- gesetzter Beschaffenheit einander gegenüberstehen; zu Allem, was ist, ist auch sein Gegensatz, sein Widerpart da ■^''). 2) Aus dem ewigen Wechsel der Zustände, welchem Alles was ist unter- liegt, ergibt sich gleichfalls von selbst, dass überall Uebergang ist von Einem Zustand in einen andern ihm entgegengesetzten, und dass somit überall auch der Conflict und Kampf sich er- zeugt, der mit solchen Uebergängcn zwischen entgegengesetzten Zuständen nothwendig gegeben ist; jeder Zustand, der da ist, trägt seinen Uebergang in den ihm entgegengesetzten, somit diesen selbst in sich und hat mit ihm zu kämpfen, bis er den Uebergang in ihn wirklich vollzogen hat; so kämpfen überall Leben und Sterben, Wachen mit Ermüdung, Sättigung mit dem immer wieder neu erwachenden Hunger u. s. f. ■^^). »Das Eine stimmt widerstreitend mit sich selber überein«, d. h. es bleibt stets dasselbe, aber nur in der Weise, dass es sich stets spaltet in Existenzformen, welche einander entgegengesetzt sind und gegen einander wirken; das Ganze ist nicht dadurch eins mit sich selbst, dass es keinen Unterschied in sich zulässt (wie das eleatische Eins), sondern dadurch, dass es solchen in aller Weise aus sich hervortreibt und in sich zusammenhält. »Die Harmonie der Welt ist eine rückwärts gewendete, wie die der Lyra und des Bogens«' d. h. die Welt hat allerdings Har- monie , feste Ordnung, aber diese Harmonie ist nicht todte Ruhe, sondern Harmonie, welche stets rückwärts, wieder vor- wärts , wieder rückwärts geht u. s. f., d. h. eine Harmonie, welche zuerst Diess, dann ihm gegenüber Jenes hervorbringt, 16) Diog. L. IX, 8: yövsa-9-xi Ttävxoc xat' £vocvxi,öxy)Ta. 7: 5ia Tvjg ivavuo- xpOTL-^g 'Yip\iöa%-a.i xa Svxa. Arist. de mundo 5: ky, uävxcov ev xai iE, Ivög Txävxa. Orig. philosoph. IX, 9: Tz6Xz\iOQ txocvxcov \xb/ 7Z0t,xrjp laxi, uävxcov 8e ßaaiXsüs, xai xobc, |jlsv {)-£OÜg sSsigs, zobc, de dvS-pcüTcoug, xo'oc, [isv oobXouz sTtoiTjas, xoüs ö e sXsuS-spoug. 17) Heraklit drückt diess in seiner prägnanten Weise geradezu so aus : xauxö x6 ^füv xal xsS-vvjxög xal xö eypYjyopög xal zb xaS-suSov xal vsov v.od Y7]pai6v xä5s ycn-p jjiexaTcsaövxa Ixslvä hazi xdxslva TtäXiv (isxaixsaövxa xauxa (Plut. consol. c. 10); desgleichen: 6 •9-sög yj^iep-/] eOcppövyj , 7i:öXs|j,og slp7]vv;, xöpoc, Xtp-ög (Orig. Ph. IX, 10), = »Gott (Natur) ist so Tag wie Nacht, Krieg wie Frieden, Sättigung wie Hunger«, weil diess Alles stets sich ablöst. Vgl. Anm. 23.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0040.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


