Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![Schon diese Lehre Heraklit's von der Aufeinanderfolge der Weltperioden zeigt, dass nach ihm in dem ewigen Fluss und Wechsel der Dinge kein regelloser Zufall, sondern strenge Ge- setzmässigkeit herrscht. Er spricht es aufs entschiedenste aus, dass eine unabänderliche Ordnung in der Welt und ihrer Bewegung walte, nach welcher Alles mit Nothwendigkeit vor sich geht, eine Ordnung, die keinem Einzelwesen gestattet, die ihm zugewiesene Stellung zu überschreiten, und die namentlich das Gesetz der steten Erzeugung und Wiedervereinigung von Gegensätzen, auf denen alles Leben beruht, aufrecht erhält. Diese Ordnung nennt Heraklit vofxoi; (Xoyog) %-eioc, (Fr. 18), Acxy], ■9'sög, Zsuc, 'AvayxTj, Et|jLap[Ji£vyj, und hebt stark hervor, wie wenig irgend Etwas in der Welt ihr sich entziehen oder widersetzen könne ^^); aber auch sie fällt ihm wie die Kraft des Werdens substantiell mit dem Feuer, in welchem diese wirkt, zusammen; das ewige Feuer selbst ist die Alles leitende Macht, und es wird daher von Heraklit ein vernünftiges Feuer genannt; das Feuer, als die feinste Substanz, ist ihm überhaupt das Prinzip der Yernünftigkeit, und so ist es auch die allge- meine Weltvernunft, durch die der gesetzmässige Gang der Dinge aufrechterhalten wird^^). Vit. Auct. 14. Es geht auch diess auf die heraklitische Ansicht vom abwechselnden Neubilden und Zerstören der Welt. Der Welten bauende und wieder zerstörende Zeus ist ein Sandhäuser bauender und zerstören- der Knabe (ein altherkömmliches Kinderspiel Hora. Iliad. XV, 361 ff.). Gegeben ist damit bei Heraklit auch die Ausschliessung jeder Teleologie (Bernays Rhein. Mus. VII. S. 108 ff.), jedes bleibenden Endziels und Endzwecks der Welt und ihrer Geschichte. 31) Fr. 18: xpocxsl (vö|JLOg 6 ■3-etog) toooüxov öxöaov sO-sXsi, xal Igapxec Tcäai xai uspiytvsxat. 30: TJXiog ou^ uTispßii^asxai ^sxpa el de [XV], 'Epivüeg [itv AixTjS ^TLtxoupo!, Igsupyjaouai. 11: sv xb aoi^bv [ioövov, — Zvjvög ouvoiia. Plut. plac. ph. I, 27 : uccvia y.oi.%-'' sc^ap|i,evYjv, ttjv 5s auxTjv 57iäp)(SLV xal äväyxTjv. Diog. IX, 7, 8: uävxa xs yivsa^-ai %(/.%•'' eEp.ap[j.£V7]v. Stob. Ecl. I, 60: ei[iap- ixevyjv löyo^ kv, xriQ evavxcoSpoixtag §7]|iioupYÖv xtov övxcov, oder ebd. 178: X6- yov xöv Stä ouaLac, xou uavxög Sivjxovxa. 32) Orig. Philos. IX, 10: Xsysi. 8s xal cf!pövL[iov xouzo ehxi zb uup xal X7]$ Siowv^ascüg xö)v oA(i)v a'ixoov. Hippocr. Tispl dicuix. I, 10: xoozo (xö Tcöp) Tidcvxa Stdc uavxög xußspva, v.od xa§s xal sxslva, ouMtzozs axps|iC^ov. Schwegler, Gesch. d. griech. Philosophie. 3. Aufl. 3](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0045.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


