Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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Credit: Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin. Source: Wellcome Collection.
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![tige der Erscheinuugswelt erklären will, der muss nothwendig eiüe Mehrheit verschiedener Urstoffe voraussetzen. Diess thut auch Empedokles, und zwar hat er jene Mehrheit zuerst als Vierheit *) bestimmt: Feuer, Luft, Wasser, Erde. Ob und wie er seine Vierzahl von Elementen (er nennt sie piE^wjxaxa, v. 59) abgeleitet und beg-rüudet hat, lässt sich aus den Bruchstücken seiner Schrift nicht mehr ersehen. Das Wahrscheinlichste ist, dass er sie stillschweigend als eine Erfahrungsthatsache, aus der empirischen Anschauung aufgenommen hat. Diese vier Elemente sind ungeworden, ewig und unveränderlich; aber sie können Mischungen aller Art eingehen, uud dadurch sind sie die Wurzeln der ganzen Mannigfaltigkeit von Dingen , welche wir in der Welt erblicken. 4. Empedokles' Lehre von den bewegenden Kräften. Nun erhebt sich die Frage: was bewirkt den Process der Mischung und Entmischung jener vier Urstoffe ? In der joni- schen Philosophie war der Process des Werdens aus einer dem Urstoff inwohuenden Kraft abgeleitet worden. Diess konnte Empedokles nicht, da nach ihm der Stoff keiner qualitativen Veränderung, sondern nur veränderter Zusammensetzung fähig ist. Er war also genöthigt, Stoff und bewegende Kraft zu trennen, dem Stoff eine bewegende Kraft zur Seite zu setzen, was das charakteristische Merkmal der mechanischen Naturer- klärung ist. Empedokles nahm jedoch nicht blos Eine bewe- gende Kraft, sondern eine Zweiheit von Kräften an ^). Denn da ihm das Werden ein doppelter Process ist, ein Process der Mischung und ein Process der Entmischung, so glaubte er auch die bewegende Kraft in eine Zweiheit von Richtungen, eine verbindende und eine trennende Kraft, spalten zu müssen: die erstere nannte er Liebe {cpikoirjc,, ap{jtovtr], axopyy], 'AcppoSfxyj, 4) V. 60: ui5p %od öSwp xal yaia v-al oCi^ipoc, dcnXeiov ötjjog u. s. Bei Aristoteles steht a-qp fiir aid-fip. Arist. Met. 1, 3, 12: 'EfjLTceSouA^g xä ■csTxapa, Tzpbc, zoXc, zlpyi\iivoic, yriv npoou^-dc, xexapxov. 4, 11: 'E|i,Tcs8o>tXYJs xdc (bg ev SXtjs iidei Xeyöiisva ozoi-/el(x, xsxxapa Tcpwxog elTtsv. 5) Arist. Met. I, 4, 10: 'E[jiTcs§oxX'^g uapä xoug ixpöxepov npmxog xaöxYjv xy]v alxiav (die bewegende) St,sX(bv eiavjvsyxev, ob \ii(x.w Tion^joag xtjv zyjc, xivvj- aewg &PX^^j °''^^' Ixepag xs xal ivavxtag.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0050.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


