Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![und weder Zuwachs noch Abnahme erleidet« ^^). Aus dieser Ansicht, dass alles Entstehen Mischung, alles Vergehen Ent- mischung letzter unveränderlicher Stofftheile sei, ergab sich für Anaxagoras von selbst die Nothwendigkeit, diesem Stoife eine bewegende Kraft zur Seite zu setzen. 3. Anaxagoras' Lehre vom vo5g. Aber das Wesen des bewegenden Prinzips bestimmte iVna- xagoras anders als Empedokles, indem er, in Betracht der Schön- heit, Ordnung und Zweckmässigkeit der Natur ^^), den Begriff des zweckmässigen Thuns in den Begriff der bewegenden Ur- sache aufnahm. Er bestimmte die bewegende Kraft als ein in- telligentes, nach Zwecken handelndes Wesen, das er V0Ö5 nannte. Anaxagoras hat damit den Begriff des Geistes in die Philoso- phie eingeführt ^^). Die Attribute, die Anaxagoras seinem vooq beilegt, ergeben sich von selbst aus den Motiven, aus denen er das Dasein eines solchen Wesens angenommen hat. Der voug ist ihm Grund der Bewegung (xtvyjasüx; ocpXH) i obwohl selbst unbewegt, d. h. nicht durch andere Dinge als er selbst be- wegt, (d7,tV7]X0(g, d.TZix%f]i;), schlechthin vom Stoffe gesondert, mit keinem Dinge gemischt (jiejAcxxac ouSsvt, djjLcyyjg), unendlich {äuEipoQ), für sich bestehend (liövoc, wv scp' ewüxoö), freiwaltend (auToxpaxY]?) und allbeherrschend (jcdvxtov xpaxwv) ^^). Denn wäre er nicht für sich bestehend, sagt Anaxagoras, sondern mit den Dingen verflochten und ihnen beigemischt, so könnte er über kein Ding so Macht haben, wie alsdann, wenn er allein 11) Simpl. in Phys. fol. 33 (Fr. 14): xoutlcov bk oöxw Siax£xpi|jievcj)v yivcoaxetv XP'*!; äxi, udcvta ouSev IXocaat« äaxlv oöSs txXsü) ' ob ydp dvuaxöv uäv- xcüv TcXeco slvat, dXXd Tidvxa i'aa dsl. 12) Arist. Met. I, 3, 22 (es kam eine zweite Reihe von Philosophen, welche nach den bewegenden Ursachen forschte); xoö ydp s3 xal xaXöJs xd |xev s)(siv xd de yi^vsa-ö-a!, xcov Svxwv l'awg ouxs Ttöp ouxs yTjV oux' dXXo xtöv XDiouTCOV oöSev oux sluög aixiov slvai • ouS' ab xqj auxo[idxw xal x^ xö^lS 10- oouxov Iraxpecjjai TtpäY^ia uaXwg sT^sv voöv §7^ xcg sliitov ävsivai x. x. X. 13) D, L. II, 6: Tipwxog x'^ öX'^ voöv iTisoxYjoev. Arist. Met. I, 3, 23 (vgl. Anm. 12): voöv b-q uc, sIticüv Svstvai, xa-Sürtep sv xolg 'Cwotg, x.al ev x^^ cpöast, xöv aixiov xoö TtoaiJ-ou xat xd^stog Tidovjg, olo^ vv^cpwv scpdvYj uap' zlv.^ Xeyovxag xoög Ttpöxspov. 14) Fr. 6. Brandis I, 246 f.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0056.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


