Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
67/480 page 55
![Grösse und Gestalt, sowie durch die mit der Grössenverschie- denheit gegebene verschiedene Schwere ^^). Ihrer materiellen Beschaffenheit nach sind sie sich alle gleich; sie bestehen aus einem und demselben Stoff. Ebenso hat weiterhin die Verschie- denheit der Dinge von einander, die Mannigfaltigkeit der Er- scheinuugswelt ihren Grund einzig in der verschiedenen Figur, Ordnung und Stellung der zu Gruppen verbundenen Atome, welche die Dinge bilden, nicht aber in irgendwelcher qualita- tiven Differenz ^^). So hat Demokrit alle Unterschiede der Qualität auf den Unterschied der Quantität zurückgeführt; die quantitative Bestimmtheit ist das Ursprüngliche, die Qualitäten das Abgeleitete, 3. Der Grund der Bewegung. Das Werden und Vergehen besteht nach Demokrit darin, dass die Atome sich bald mit einander verbinden , bald von einander trennen ^*). Nun fragt sich, worein der Grund dieser Bewegung und wechselnden Gruppirung der Atome zu setzen ist. Demokrit sucht ihn, statt wie Anaxagoras in einem im- materiellen Prinzip, in den Atomen selbst zu finden. Die un- endlich vielen Atome befinden sich nämlich in dem unbegrenzt grossen »leeren« Raum; dieser ist es, der die Bewegung der Atome ermöglicht. Die Realität des leeren Raums ist ein Haupt- satz des atomistischen Systems, den Demokrit im Gegensatz gegen die eleatische Lehre auch so ausdrückt: »Das Seiende sei um nichts mehr als das Nichtseiende« ^^), und »das Volle 12) Simpl. in Phys. fol. 106: -cyjv §iacpopdcv auxwv (der Atome) xaxcc laeysO-og xai axvj[ia xi-9-etg. Arist. de gen. et corr. I, 2: m axv]|i.axa dcTisipa 13) Arist. Met. I, 4, 14 ff.: xäg Siacpopag Xeyouai.v sTvai xpstg, ax.7)[i.ä xe %al xÄgtv xal ■9-gatv* Siacpspsiv y&p cpixai zö öv f5ua|ji^ xal StaS-ty^ xai xpoTi'^ liövov xoöitov §s 6 |j,ev pua|i,ög oxfll^-A iaxiv, ■/] Ss SiaO'tyyj xagig, i^ Ss xpouvj 9-sat,g ■ Siacpspst, y«? ^^ (J-sv A xoü N axvjjJLaxi, xö §s A N xou N A xdgei, xö Ss Z xo5 N 9-sast. 14) Arist. de gen. et corr. I, 8: auvioxa|j,sva [isv ysvsaiv uoist, dialuö- [JiEva Se qjB-opäv. 15) Mvj [jiöcXXov xö Sev t^ xö |j.v;3sv etvai — Plut. adv. Colot. p. 1109. Arist. Met. I, 4, 12.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0067.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


