Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![(tö nXfipBc,, d. h. die Atome) um nichts mehr als das Leere (xö xevov).« Um die positive Realität des Leeren zu veran- schaulichen , bezeichnet es Demokrit bisweilen, im Gegensatz gegen die Erfülltheit der Atome, als das Dünne (piavov) ^^). Die Schwere der Atome bewirkt, dass sie nicht ruhen, sondern im leeren Raum sich »abwärts« bewegen; die Verschiedenheit der Schwere der einzelnen Atome aber hat zur Folge, dass sie sich ungleichmässig bewegen und daher einander stossen und drängen ; und so ist denn die ganze imermesslich grosse Atomen- masse von Ewigkeit her in einer schwingenden, wirbelnden Bewegung (Slvtj) begriffen ^'^). Innerhalb dieser ewig fortgehen- den Bewegung entstehen, indem Gleiches und Gleiches sich an- zieht ■'^), allerorten Gruppirungen oder Complexe^^) von Ato- men : das sind die Körper, die einzelnen Dinge, welche das Universum enthält, welche aber iusgesammt nur vorübergehende Atomenzusammensetzungen sind (so auch die Seele, welche aus den feinsten und beweglichsten Atomen, den Feueratomen, be- steht). Freilich war mit diesen Sätzen die so unendlich man- nigfaltige Bewegung und Gestaltung der Dinge keineswegs wahrhaft und vollständig abgeleitet und erklärt ^'*). Auch bleibt, wenn der Gegenstoss (dXXrjXoxuTtoa, dvTtxuTcia) und die hiedurch herbeigeführte Wirbelbewegung (5tV7]) der Atome der einzige 16) Arist. Met. I, 4, 12. 17) ü. L. IX. 44: cpspsoS-oct, ev i& 5X(p Stvoufisvag xag dxö|JLOUg. IX, 45: T^g §tv7jg alxiag ouavjg T^g Ysvsasws tcccvtcüv. Sext. Emp. IX, 113: d)g IXs^ov ol nspl A7][iöxpiTov, xax' dvdcyitTjv v.(xl um SCvtjs xivsTxai, 6 xöajiog, Stob. Eclog. I, p. 348: xivsTa^ai t« upiöxa aa)|jiaxa xax' d^XTjXoxoTr: Cav §v xc^ ÄTtSipCp. 18) Die Bildung der Atomencomplexe erklärt Demokrit aus der Vor- aussetzung , dass Gleiches mit Grleichem sich zusammen finde. Zur Be- stätigung dieser Annahme führt er an (Sext. Emp. adv. Math. VII, 117), dass auch gleichartige Thiere sich zu einander halten, ebenso beim Wor- feln des Getraides gleichgrosse Körner sich zusammenfinden. 19) Arist. de coel. III, 4: x'§ xoöxwv (= xwv upcöxwv [AsyeO'WV oder dxo- [icov) aufiuXox'^ xal nepinXiE.Bi Txdcvxa yevväaO-ai. 20) Arist. Met. I, 4, 16: uspl §s xiv^aswg, SS-sv ri Ttrog Ö7i:ccpxst xotg oöat, xal ouxot, uapauXvjoiwg xoXc, äXXoic, pcf.%-ü\i.(jy<; dcpetoav. Simplic. in Phys. 74: ol TTspl AvjiJLÖxpixov duö xauxojidcxou cp(xai xtjv divvjv xal xvjv xivYjaiv xvjv Siaxpi- vaoav xal xaxaaxigaaaav elg xtjvSs xvjv xägiv xö Ttöcv.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0068.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


