Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
69/480 page 57
![Grund der xiVTjocs ist, die vernünftige und zweckmässige Ein- richtung der Natur unbegriffen. Demokrit will nun aber von einer teleologischen Naturbetrachtung nichts wissen ^ ^); nur die Erforschung der bewegenden Ursachen ist ihm Aufgabe des Erkennens; an die Stelle einer weltordnenden Intelligenz tritt bei ihm die nothwendige Abfolge von Ursache und Wirkung, Dieses Gesetz alles Werdens nennt er Schicksal oder Nothwen- digkeit (£C[jLap[jievr], dvayxTj) ^^); im Gegensatz gegen die teleo- logische Weltansicht soll er diese Nothwendigkeit sogar als Zufall, TU)(7] ^^), bezeichnet haben. Den Götterglaubeu des Volks, der in diesem System natürlich keinen Raum finden konnte, erklärt Demokrit für eine psychologische Täuschung und eine Wirkung der Furcht^*). Die Bestreitung der Volksgötter, die sich hieran knüpfte, und ein immer offener erklärter Skepticis- mus und Naturalismus war auch später die hervorstechende Eigenthümlichkeit der atomistischen Schule, durch welche sie sowohl die skeptische Lehre Pyrrhon's als die Philosophie Epi- kurs vorbereitet hat. Bezeichnend ist für die Atomistik auch ihre Lehre von »unzählig vielen Welten« , welche im unend- lichen Räume aus den unzähligen Atomen fortwährend ganz unabhängig von einander auf längere oder kürzere Dauer sich bilden ^^). Die Naturanschauung hat Demokrit erweitert und von beschränkten Vorstellungen befreit; aber die Einheit, das geistige Band des Universums ist ihm verloren gegangen. An- 21) Arist. de gen. anim. V, 8: A7j[iöxpt,xog, zb ob EV£>ta äcpsl? XsYstv, Tiävxa dvtÄysi sie, (xväYXV)v. 22) D. L. IX, 45: Plut. Plac. I, 26: ATjiJiöxpixog xvjv dvxixuTiiav >cal xtjv cpopocv xal TcXyjYTjv xyjv dväyxvjv Xeysi. Sext. Emp. adv. Math. IX, 113: &c, sXeyo^ Ol TCBpl Ä7j[i,öxpixov, y.ax' dvdcYxvjv xal utiö Sivvjg xivetxai 6 %öa\iog. Stob. Ecl. I, p. 160: Asuxottios Ttdvxa xax' dvocYxvjv, xyjv §' auxT^v uuäpx£t.v £C|iap[j,svYjv. Derselbe ebendas. p. 442: (Leucipp, Demokrit und Epikur be- haupten), cpüasi &X6y(ü (d. h. nach blosser Naturcausalität) auvsaxdvai xöv xöa|jiov. 23) Simpl. in Phys. f. 74. 24) Sext. Emp. adv. Math. IX, 24: opwvxsg jap, ^riolv 6 Avjjiöxpixog, xd b) xoTg |j,sxsa)poi,g ua^vjiJLaxa ol na.Xa.t.ol xmv dv^S-ptüucov, xaS-dicsp ßpovxdg xal daxpaTxdg, xepauvoüg xe xal doxpcov auvöSoug, 'qXiou xs xal osXfjVTjg exXsi- cpsig, ISstjiaxouvxo, ■9-eoug oldjisvoi, xoüxwv alxioug sTvai. 25) Diog. IX, 44: Anslpouc, sTvat xöojjioug xal Ysvyjxoüg xal (pS-apxoüg.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


