Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![mit wenigeri Ausnahmen unächt^'). Ein anderer berühmter Pythagoreer jener Zeit war Tim aus der Lokrer, der in dem gleichnamigen Dialogen Plato's das Wort führt ^^). Diesen Jüngern schriftstellerisch thätigen Pythagoreern, die zu Sokrates und Plato's Zeit geblüht haben, vorzüglich dem Philolaus, ist die philosophische Ausbildung des Pythagoreismus , namentlich der Zahleulehre, zuzuschreiben. 5. Die pythagoreische Zahlenlehre. Der Grundgedanke des Pythagoreismus ist: Die ganze Welt ist Zahl und Harmonie ^^). Und zwar ist es zunächst die Zu- rückführung alles Seienden auf die Zahl, was die Eigenthüm- lichkeit des pythagoreischen Systems ausmacht. Aristoteles erklärt die Art und Weise, wie die Pythagoreer zu dieser Anschauung gekommen sind, Met. I, 5, 1 ff. folgen- dermaassen: »Die Pythagoreer waren die Ersten, welche die Mathematik mit Erfolg betrieben. Hiedurch lebten sie sich in die Mathematik hinein, und kamen auf den Gedanken, das Prinzip des Mathematischen, die Zahl, sei das Prinzip der Dinge überhaupt. Da sie an deu Zahlen viele Aehnlichkeiten mit dem, was da ist und wird, wahrzunehmen glaubten, und zwar mehr Aehnlichkeiten als an Feuer, Erde und Wasser [den dpxat der jonischen Philosophen und des Empedokles] , da sie desgleichen erkannten, dass die Unterschiede und Beziehungen der Töne zu einander auf Zahlenverhältnisseu beruhen, so fan- den sie, die Zahl sei das Erste in der ganzen Natur, sie sei Prinzip (apx^) der Dinge und ihrer Gestaltungen und Verhält- nisse unter einander, sie sei das Wesen (die oöata) von Allem.« Diese Ableitung ist richtig, aber zu allgemein; man muss zu 37) Hartenstein, de Archytae Tarentini fragmentis philosophicis 1833. Gruppe, über die Fragmente des Archytas und der altern Py- thagoreer, 1840. 38) Plat. Tim. 20, a: Ti^xaLos S5e, süvo|xü)i:dxv]s wv nöXstöc, xriz ev 'IxaXiq: AoxpCSog, ouaiqi nal yevsi ouSevos öaispog xwv äicsi;, xäg lieyiaxas \i.kv dpxctg XE xal xi[Ji&5 xföv §v x^ TiöXst. [j-Exaxsxeipi'axai, cpiXoaocptag S' a3 xax' 4|i.v)v Sögav in äxpov aTcäavjg IXv^Xu^sv. 39) Arist. Met. I, 5, 3: xöv äXov oupavov &p|xoviav eTvai ÖTidXaßov xal](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0080.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


