Geschichte der griechischen Philosophie / hrsg. von Dr. Karl Köstlin.
- Albert Schwegler
- Date:
- 1882
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![Die Art und Weise, in welcher die Pythagoreer ihren Satz: Alles ist Zahl, in Anwendung auf die Wirklichkeit durch- führten, ist folgende. Sie suchten geradezu das gesammte na- türliche und geistige Sein sowohl der Substanz als der Form nach aus der Zahl zu construiren, wobei wiederum der Gegen- satz des Tzipocc, und äneipov eine Hauptrolle spielte. Die Körperwelt ist Zahl; denn alles Körperliche ist nur Verviel- fachung des Eins; das Eins ist Punkt, die Zwei oder die Ver- dopplung des Punktes gibt die (gerade) Linie, die Drei oder die Verdreifachung der Linie und die Verbindung der drei Linien zu einer geschlossenen Figur gibt die (dreiseitige) Fläche, die Vier oder die vierfach genommene Fläche gibt den (vier- seitigen) Körper; auch die weniger einfachen Linien, Figuren, Körper entstehen nur durch die Vervielfachung des Eins, und es kommen folglich alle Arten von Körperu auf die Zahl zu- rück *^). Der Punkt, die Linie, die Fläche geben aber für sich nur die Grenze und Form (izipocQ) des Körpers, nicht aber seine Ausdehnung, sein Volumen; dieses erklärten die Pythagoreer aus dem ärzeipov. In der Welt ist von Anfang an nicht nur Tcepag, sondern auch duBipov, Grenzlosigkeit, unbestimmte Er- streckung ; das uepoic, zieht von Anfang an dieses auscpov an sich, bemächtigt sich seiner und gibt ihm Form und Grenze*^) ; das auecpov aber gibt hiezu auch etwas von seiner Seite her, die Ausdehnung, aus dem änzipov kommt das Leere, der Raum, welcher »die Natur der Zahlen trennt« ^''). Z. B. das Leere 45) Arist. Met. VII, 11, 6. 7. vgl. Anm. 52 und 53. 46} Vgl. Arist. Met. XIV, 3, 22: Die Pythagoreer sagen, cbg xoS §vög ouaxaS-evxos — suS-üg xä e^yiaza, xou anslpou sl'Xxsxo >cal sTispacvsxo öjxö xoü uspaxog. 47) Arist. Phys. IV, 6: slvat o' scpaaav xal ol üuS-ayöpecot, xsvöv, xal äuötoievat. aöxcp xqj oöpavcp £x zoü ocmipou 7ivsö[jiaxos wg dvaTxveovxt xal xö xsvöv, 0 Siopi^ei xdg cpuae'.g —, xal xoux' sFvat, uptoxov Iv xoT^ dpi9-|jL0tg' xö yäp xsvöv Siopi^sw X7)v cpüaiv auxföv. Ders. bei Stob. Ecl. I, 380: xöv oupa- vöv sTvai Iva, titsiaä.yead-a.i 5' ex xoö uiisipo'j — xö xsvöv, 8 Siopi^st, exccaxcov xäc, X(äpix£ dsc. Vgl. Arist. Phys, III, 4 (ol nuS-ayöpstoi,) xö drcscpov tbg dpx.7]v xiva v.^-stxoi xwv ovxwv und zwar oboLocy a'jxö ov xö d^sipov (sie er- klären es für öine Substanz, nicht für blosses Prädicat einer Substanz), uXvjv ol [j-sv IXuO'aYöpst.oi, Iv xot^ aia9-v]xoIs (sie halten es für eine sinnlich existirende Substanz), xal sTvat. xö sgco xoü oupavoö dTcstpov. Der Wider-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21077125_0085.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


