Wissenschaftliche briefe / von Gustav Theodor Fechner und W. Preyer ; nebst einem Briefwechsel zwischen K. von Vierordt und Fechner sowie neun Beilagen ; herausgegeben von W. Preyer.
- Date:
- 1890
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Credit: Wissenschaftliche briefe / von Gustav Theodor Fechner und W. Preyer ; nebst einem Briefwechsel zwischen K. von Vierordt und Fechner sowie neun Beilagen ; herausgegeben von W. Preyer. Source: Wellcome Collection.
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![Sehr gespannt bin ich auf Ihre Widerlegung des Delboeuf und Plateau. Dtes ist eine viel wichtigere Sache. Ztvei so scharfsinnig Forscher der Streitpunkt von so fundamentaler Bedeutung, das grofse 0etet auch m phüosophischen Kreisen wachsende) allgemeine Interesse an der Sache - dies alles mufs der Arbeil großen Bei, verleihen zumal bie nicht in Verlegenheit sind, ivie Sie zu Werke gehen Ich mufs gestehen, die Meine Abhandlung von Plateau hat mir viel m schaffen gemacht und ich bin durch ihn, freilich sehr mittelbar, auf eine neue Art von Schätzungsversuchen* gekommen, bei denen zweier/,i vor allem frappant ist. Erstens ist die Steigerung der Genauigkeit des Schätzens durch Übung eine viel gröfsere, als ich jemals erwartet hätte, zweitens ist der JEinflufs der Anordnung, z. B. der ihrer Zahl nach zu schätzenden Punkte, auf die Genauigkeit der Schätzung noch überraschender. Leider fehlt es mir an geeigneten Versuchspersonen- Ich selbst mufs wegen hartnäckiger Migräne, die mich auch zu der langen Beise veranlafste und noch keineswegs ganz beseitigt ist, mich von anhaltendem Beobachten und Experimentieren leider noch zu- rückhalten. Es ist merkivürdig, dafs Benken ohne die geringsten Kopf- schmerzen stattfindet, angestrengtes Sehen aber nicht. Boch das wird die Wiederaufnahme jener noch fragmentarischen Beobachtungen kaum hindern können. Ich glaube dann auch Ihre gedruckte Sendung**, für die ich Ihnen besonders dankbar bin, unmittelbar verwerten zu können, solveit ich den komplizierten Gegenstand, loelchen Sie mit soviel Scharf- sinn und Arbeit klargelegt haben, bis jetzt übersehe. Ich staune, dafs es für Sie überhaupt Zeiten geben kann, tvo mechanisches Bechnen eine Erholung ist. Snell sendet besten Grufs und Bank für die um höchst inter- essante eingehende Berücksichtigung seiner Kritik Ihrerseits. Übrigens hat er für dieses Semester Urlaub genommen und steht im Begriff eine Erholungsreise anzutreten. In der Hoffnung, dafs Ihr Wohlergehen und besonders die Leistungsfähigkeit des Auges ungetrübt fortdaure, verbleibe ich iH aufrichtiger Verehrung Ihr Pbeyer. * „Sitzungsberichte der Jenaischen Gesellschaft für Medizin und Natur- wissenschaft?'. 29. Juli 1881, mit 2 Tafeln. [P. 1890] ** „Bestimmung des wahrscheinl. Fehlei's und „Ausgangswert der kleinsten Abweichungssumme1' u. s. w. [P. 1890]](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21996507_0128.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
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