Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann.
- Eduard Kaufmann
- Date:
- 1907
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
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No text description is available for this image![Es kann auch eine besondere Neigung zu Blutungen auf dyskrasischer Grundlage bestehen (Scorbut, Tuberkulose, Krebs etc.)- Enthält der Herzbeutel grössere Blutiuasscn (200—300, selten 500 ccm, ja 800 und mehr), so erscheint er nach Eröffnung des Thorax gewölbt, dunkel blau-violett oder grau-schwärzlich durchscheinend und verdrängt die inneren Abschnitte der Lungen. Solche Verhältnisse kann man sehen: (a) bei spontaner Ruptur der llcrzwand (z. B. bei chronischem Aneurysma partiale, hochgradiger Fettinfiltration, besonders wenn diese sich mit fettiger Degeneration oder brauner Atrophie kombiniert, selten bei AbsceJ), akutem Parietalaneurysma (vgl. Hart), selten bei akuter Erweichung und Blutdurch- wühlung der Muskulatur nach Kranzarterienverschluß sowie infolge von Neubildungen und tierischen Parasiten); (b) bei Ruptur von Aneurysmen (bes. dissecans) des im Pericardialsack gelegenen Anfangsteils der Aorta, ganz selten solcher der A. coronaria oder der A. pulmonalis, oder bei Ruptur einer atheromatösen Kranzarterie (Humphry). Hämopericard kann auch (c) bei Traumen (bes. Schuß- und Stichverletzungen des Herz- beutels, auch des Epicards, wo wir z. B. Tod nach Verletzung einer Vene sahen, und besonders des Herzens selbst, dann bei anderen Traumen des Herzens, und zwar direkter Quetschung, oder Platzruptur, oder Zerrungsruptur — vgl. Revenstorf) vorkommen. Das Blut gerinnt hier oft bald oder bleibt flüssig, und 250—300 ccm genügen in der Regel, um durch Herztamponade den Tod herbeizuführen. Der Zeitpunkt des Eintrittes des Todes hängt von der Art der Öffnung ab, aus -welcher das Blut austritt. Bei großer Spontanruptur kann der Tod plötzlich durch Herzparalyse erfolgen, ebenso bei Ruptur durch direkte Quetschung. In anderen Fällen tritt der Tod bei Spontan- ruptur langsam, nach Stunden, (selbst erst nach Tagen, wenn der Riß erst durch nach- trägliche Erweiterung komplet wird, Ebbinghaus Lit.), ein. Auch bei Stich und Schuß ist das oft der Fall. [Der Verletzte kann dann noch komplizierte Handlungen vornehmen, sich wehren etc., was forensisch wichtig ist (Ehrnrooth), und anderseits bleibt Zeit für oft erfolgreiche chirurgische Intervention (Göbell, Borchardt, Lit. über' Herzwunden).] Traumen können gleichzeitig auch entzündliche Veränderungen setzen, besonders, wenn es sich um unreine, spitzige Instrumente, Nadeln und dergleichen handelt. So sah Verf. eine Hämorrhagie im Herzbeutel, begleitet von fibrinöser Pericarditis, welche von einer in selbstmörderischer Absicht durch das Sternum gestoßenen Nadel hervor- gerufen war und nach einigen Tagen zum Tode geführt hatte. An der fast unbeweg- lichen Nadel riß sich der rechte Ventrikel bei seinen Bewegungen oberflächlich wund, so daß es zu Blutungen kam. Kleine Blutungen (Ecchymosen) in das Pericai'dialgewebe kommen bei Er- stickung, schwerer agonaler Dyspnoe, Vergiftungen (z, B. Phosphor), Infektionen und Blutkrankheiten vor. Schiefrige, feine Pigmentflecken können davon zurückbleiben. c) Pneumopericard. Sehr selten sehen wir Luft oder Gase im Herzbeutel. Das kann zustande kommen a) infolge eines Durchbruches vorn Oesophagus (Trauma, Fremdkörper, Krebs), oder vom Magen (Krebs, einfaches Geschwür), seltener von den Luugen oder der Pleura (Caverneu, Pyopneumothorax) aus. Äußere Wunden können ins Pericard penetrierend Pn. hervor- rufen, ß) Auch bei jauchiger Zersetzung von Exsudaten können Gase entstehen. IT. Entzündung- des Herzbeutels. Pericarditis. Die verschiedenen anatomischen Formen derselben werden wesentlich bestimmt durch die Art des Exsudates, Man unterscheidet danach:](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21172675_0017.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)