Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann.
- Eduard Kaufmann
- Date:
- 1907
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
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No text description is available for this image![Die ersten frischen Auflagerungen können bei der Sektion flächenartig, ähnlich wie eine frisch mit Fibrin bedeckte Serosa erscheinen. Dann findet die Bezeichnung warzige Endocarditis eigentlich noch nicht mit Recht Anwendung. Verlauf: Ist der Prozeß nur oberflächlich, so findet nur an der Basis der Auflagerung Organisation statt und alles bildet sich bis auf eine narbenartige, umschriebene, oft kaum erkennbare Verdickung zurück. — Tiefer greifende Nekrose, die häutig mit reichlichen fibrinösen Auflagerungen einhergeht, führt zu einem chronischen Wucherungsprozeß (chronische filiröse E.), der meist mit Verdickung und schwieliger Schrumpfung enden kann. (Das ist beim Gelenkrheumatismus häufig.) Aus unbedeutenden Gelegenheitsursachen kann die chronische E. mit- unter wieder einen akuten Charakter annehmen (E. recurrens, recidivierendeE.). In den fibrös umgewandelten Exkreszenzen erhalten sich noch lange Zeit nach Ablauf aller Entzündungserscheinungen neugebildete Gefäße, welche nach Kost er eine Prädisposition zu neuer, und zwar embolischer Ansiedlung von Bakteiüen und zur E. recurrens schaffen. Man muß sich hüten, jede graurote Auflagerung auf einer veränderten Klappe für eine frisch aufgepfropfte „Endocarditis zu halten. Es kann sich auch um eine einfache thrombotische Auflagerung handeln (vgl. S. 14). Lokalisatiou der ExkrcsKenzeii: Die Exkreszenzen bevorzugen bestimmte Stellen. An den Segelklappen sitzen sie gern nach dem Vorhof zu, auf den verdickten, meistens unebenen Randleisten oder etwas vom freien Rand entfernt, nicht selten in Gestalt von zierlichen Guirlanden, an den Taschenklappen meist auf dem dem Ventrikel zugekehrten Schließungsrand, nächstdem oberhalb vom Schließungsrand. Es kann jedoch auch jede andere Stelle der Klappen, Sehnenfäden, der ganzen Auskleidung des Herzens, Sitz einer Endocarditis werden. — Am häufigsten werden Mitralis und Aortenklappen, oft beide gleichzeitig, nächstdem die Tricuspidalis betroffen Die Mitralis erkrankt am häufigsten. Im embryonalen Leben werden häufiger die Klappen des zu dieser Zeit stärker arbeitenden rechten Herzens betroffen, vor allem die Pulmonalklappen. Mit E. verracosa sind eventuell zu verwechseln die sog. ]\'oduli Allüni, die sich bei Neugeborenen an den Schließungslinien hauptsächlich der Zipfelklappen, bes. der Mitralis, selten an den Taschenklappen, finden. Es sind das kleine, schleimig- bindegewebige Wärzchen, Reste des fötalen gallertigen Klappenwulstes, die später schwinden. — Unterhalt dieser Knötchen nun sind reichliche capillare Gefäße im Klappengewebe, die sich teilweise zu kleinen, runden Bluthnölchen oder -säckchen erweitern können, die mehr oder weniger über die Klappenoberfläche vorspringen. Sie wurden von Luschka und Parrot als Klappenhämatome, Blutergüsse in das weiche lockere Klappengewebe, angesehen. Berti, Königer und Fahr haben aber gezeigt, daß es sich um Gefäßektasien handelt (Endothelauskleidung). Bei der weiteren Entwicklung der Kinder schwinden diese Gebilde innerhalb des I.Jahres (Fahr), indem das Blut diffundiert und die Wände verschmelzen. — Auch an den Aortenklappen kommen bei Kindern wie bei Erwachsenen angeborene Verdickungen vor, die vom freien Rand noch durch einen Saum getrennt sind und nach der andern Seite zu allmählich in das Klappengewebe übergehen. 2. Endocarditis ulcerosa, septica, maligna, diphtherica, tief nekrotisierende, akut destruierende E, Diese Form ist, wie oben erwähnt, nur graduell von der verrucosa verschieden und kommt daher nicht selten mit dieser zusammen vor. Die Bevorzugung der oben erwähnten Lieblingsstellen ist hier nicht so auffallend, und auch das rechte Herz wird häufiger befallen als bei der E. verrucosa. 2*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21172675_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)