Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann.
- Eduard Kaufmann
- Date:
- 1907
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der speziellen pathologischen Anatomie für Studierende und Ärzte / von Eduard Kaufmann. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
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No text description is available for this image![h) Stenose und Atresie der Aorta ohne Septumdefekt. Sehr selten betrifft die Veränderimg a) das Ostium oder den Stamm der Aorta; der linke Ventrikel ist dann eng, desgl. der linke Vorhof. Foramen ovale meist offen. Ductus Botalli offenI Conusstenose kann sich hinzugesellen. Individuen mit Aorten-Stenosen können längere Zeit am Leben bleiben; Atresien führen dagegen bald nach Beendigung des fötalen Kreislaufs durch Anstauung des Bluts in den Lungen und im linken Ventrikel zum Tod. ]Sicht so selten ist eine ß) Verengerung der Aorta am Übergang vom Bogen in den Brustteil, also in der Nähe der Einmündung des Ductus Botalli. Hier im sog. Isthmus der Aorta, kann man gelegentlich bei Neugeborenen eine röhren- förmige Verengerung oder bei älteren Individuen in beliebigem Alter meist eine oft nur für eine feine Sonde durchgängige, wie durch eine Umschnürung bedingte Stenose oder gar eine vollständige Atresie finden. Innen kann sich ein halbmondförmiges oder circuläres Diaphragma erheben. Durch Kollateralbahnen (zwischen Asten der Sub- clavia und Interkostalarterien) wird das Hindernis umgangen, und jede Konsequenz am Herzen kann ausbleiben (vergl. Bonnet, Lit.) Doch sah Verf. auch Fälle mit Hyper- trophie und Dilatation des linken Ventrikels, Dilatation und Sklerose vor der Stenose. — Die Erklärung für die häufigeren Fälle, wo der Ductus Botalli in der Gegend der Stenose inseriert, ist durch eine vom Ductus fortgeleitete Endarteriitis gegeben; in anderen Fällen, wo die Einmündung des Ductus unterhalb der Stenose liegt, handelt es sich wahrscheinlich entweder um eine Entwicklungshemmung, wobei ein Stück Aorta im Zustand des fötalen Isthmus persistierte, oder, wenn die Stenose hochgradig ist, um eine in eine frühere Zeit zurückreichende Mißbildung, eine Agenesie. Der Ductus ist oft noch durchgängig (in einer Beobachtung des Verf. noch im 18. Jahr). c) Stenose und Atresie der Atrioventrikularostien. Diese kann teils mit fötaler Endocarditis, teils mit Unregelmäßigkeit der Bildung zusammenhängen, die sich auch durch unregelmäßige Trabekelbildung kundgeben kann; so in einer Beobachtung des Verf. (S. 552. 1904) bei einem viermonatlichen Kind (von 60 cm Länge) mit Stenose der Mitralis und Defekt des Septum membranaceum ventriculorum, starker Hypertrophie des rechten Ventrikels, Herzgewicht 98 g. Sie ist sehr selten und meist mit Verände- rungen der Arterien verbunden. 3. Septumdefekte bei normalen Gefässostien. Ductus arteriosus Botalli. Defekte können unter dem Aortenostium oder in der Vorhofscheidewand liegen. Sie sind relativ selten. Die Persistenz des Foranien ovale ist sehr häufig (bei circa 7^ der Leichen). Es handelt sich hier meist nicht um eigentlichen Defekt, sondern um einen schrägen Spalt infolge unvollständiger Verwachsung der Klappe; solche Fälle sind ohne Folgen, da der Spalt relativ eng (höchstens bleistiftdick) ist, und die Klappe durch den Blutdruck gegen die Scheidewand gedrückt wird und so verschließend wirkt. Bei starker Erweiterung der Vorhöfe kann das ausgereckte Loch aber durchgängig werden. Die Persistenz des Foramen ovale gewinnt Bedeutung, weil sie Embolis (auch Ge- schwulstmassen), welche durch die Cavae ins rechte Herz einfahren, mitunter, wenn auch relativ selten, den direkten Übertritt in den großen Kreislauf gestattet (gekreuzte Embolie). Offenbleiben des Ductus Botalli. Dieser Gang, welcher von der Arteria pul- monalis in die Aorta führt und; in seiner Struktur der Aorta gleicht, obliteriert, von der Mitte aus beginnend, in der Regel in der 1. bis 2. Woche post partum (durch Kon- traktion und W^ucherung des Bindegewebes der Intima und vor allem der Media, und zwar nach Pfeifer fast ausschließlich des elastischen Gewebes der Media). — Unter Umständen (siehe oben) kann er länger oder dauernd persistieren, in anderen Fällen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21172675_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)