Geschichte des Starrkrampfes unter besonderer Berücksichtigung dieser Krankheit bei Haustieren / [Gustav Gottfried Ferdinand Graumann].
- Graumann, Gustav Gottfried Ferdinand, 1866-
- Date:
- 1911
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Credit: Geschichte des Starrkrampfes unter besonderer Berücksichtigung dieser Krankheit bei Haustieren / [Gustav Gottfried Ferdinand Graumann]. Source: Wellcome Collection.
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![eine Wunde an der Leisten- gegend entsteht, so kann leicht Opisthotonus hervor- gerufen werden. Auf die von Apsyrtus angegebenen Behandlungsmethoden des Starrkrampfes des Pferdes komme ich später zu sprechen. Ein zweiter tierärztlicher Schriftsteller, der den Starrkrampf zum Gegenstand einer besonderen Besprechung gemacht hatte, war der etwa zu derselben Zeit wie Apsyrtus lebende Hippiater Hippokrates, der mit dem schon erwähnten, ungleich berühm- teren Altvater der Medizin jedenfalls nicht verwechselt werden sollte. Bruchstücke seiner Schriften finden wir außer in der früher erwähnten Hippiatrika gemeinsam mit denen des Hemerius in einer besonderen Ausgabe zusammengestellt von Yalentini unter dem Titel: „Hippokratis Veterinär! a“1 * Hippokrates u ntersche i de t Starrkrampfes: 1) ^Eavimtoc, c/ctorovog yi'vrjtou“ 2) „ Eavtrcnog vecclvvjövo “ 3) den „3OtcioO'Ocovoc;“ Bei der ersten Art zittert kann sich nur schwer aufrichten (1. c. ]). 35—45) drei Arten des (Si nervorum distentione laborct equus), (Si equus rigore nervorum tente- tur)’ (Si opisthotono infestetur equus). das Pferd am ganzen Körper, und zeigt Schweißausbruch. Bei der zweiten Art ist der Kopf unbeweglich mit dem Hals ver- bunden, der Kopf kann nicht gewendet werden; die Adern des Rückens sind starr wie beim Podagra. Die Ohren sind starr, das Maul und die Lippen sind ganz trocken. Bei der dritten Art endlich setzt sich das Pferd wie ein Hund („avcc/.ath]cai cj’otceq xlW“), die Ohren sind steif aufgerichtet, die Augen verdreht; der Hals ist hart, der Körper wird fast zu einem Kreis zusammen- gezogen. Die Füße stellen die Tiere nicht gerade, das Maul ist geschlossen, so daß es nicht geöffnet werden kann und die Tiere verhungern müssen, wenn ihnen nicht geholfen wird. Ueber die Ursachen des Tetanus berichtet Hippokrates nichts, doch gibt auch er eine ausführliche Therapie an, über die ich später sprechen werde. Der nächste Autor, der uns etwas über den Starrkrampf der Pferde hinterlassen hat, ist Hierocles, der wahrscheinlich zu Ende des 4. oder Anfang des 5. Jahrhunderts lebte und von Beruf Rechtsgelehrter war. Wenn auch die beiden von ihm ver- faßten Werke („tveqicrjgriov cL7tn(ovd'EQa7teiagu) verloren gegangen sind, so erfahren wir doch den Inhalt derselben aus der Hippiatrika. 1)llTt7toz.Q(XTOvg l7t7ZiaTQiYM, (Hippokratis Veterinaria), Latine et italice reddidit ac notis illustravit Petrus Aloysius Valentini, Bomae 1814, apud Linum Contedini.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24878960_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)