Ätiologie und Pathogenese der epidemischen Diphtherie / von Theodor Escherich.
- Escherich, Theodor, 1857-1911.
- Date:
- 1894
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ätiologie und Pathogenese der epidemischen Diphtherie / von Theodor Escherich. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Francis A. Countway Library of Medicine, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Francis A. Countway Library of Medicine, Harvard Medical School.
286/320 page 270
![respective auf der erkrankten Schleimhaut localisierten Bacillen. Eine Ver- breitung derselben im Körper findet nicht oder nur ausnahmsweise statt. Die Allgemeinerscheinungen werden in beiden Fällen durch die vom Krankheitsherde in die Säftemasse resorbierten Giftstoffe hervorgerufen und zeigen untereinander wieder zahlreiche gemeinsame Züge: die electiv- toxische Wirkung auf Herz, auf Nervensystem und Niere, die Albuminurie, die schwere Alteration der Gefässe, die motorischen Lähmungserscheinungen bei ungestörtem Sensorium, das Absinken der Körpertemperatur etc. Die gleichen Allgemeinerscheinungen wie durch die Impfung mit den Bacillen werden auch durch die Injection des in den Diphtherie- culturen gebildeten, durch Filtration von den Bacillen getrennten Giftstoffes erhalten und dieses Toxin ist wiederum aus dem Körper der mittels Impfung der Bacillen getödteter Thiere ^^^^\ sowie wenn auch in abge- schwächtem Grade aus dem Urin und den Organen von an Diphtherie verstorbenen Menschen dargestellt worden. Es findet sich schließlich eine interessante Analogie in Bezug auf diejenigen Zustände, die beim Thiere wie beim Menschen nach Über- stehen einer diphtherischen Erkrankung zurückbleiben. Es ist eine in der Pathologie längst gekannte Erfahrung, dass das Überstehen gewisser Infectionskrankheiten einen länger oder kürzer dauernden Schutz oder mit anderen Worten eine erworbene Immunität gegenüber einer abermaligen Erkrankungderselben Art gewähren. Nachdem Jenner, ausgehend von dieser Erfahrung, auf empirischem Wege zur Entdeckung der Vaccination und der erfolgreichen Bekämpfung der Pocken gelangt war, haben fast ein Jahrhundert später Pasteur und seine Schüler den Versuch gemacht, auf dem Wege des Experimentes durch Verimpfung mit abgeschwächten Culturen diesen Impfschutz künstlich hervorzubringen. Nachdem sich die Durchführbarkeit und die Brauchbarkeit dieser Methode auch für thera- peutische Zwecke erwiesen hatten, wurde dieselbe von deutschen Autoren weiter entwickelt und von Behring speciell bei der experimentellen Diphtherie der Thiere in Anwendung gebracht. Diese Studien führten Behrin g zu der fundamentalen Entdeckung, dass die Heilung und der Impfschutz oder die Immunität der von ihm vorgeimpften Thiere durch einen im Blut- serum derselben enthaltenen Körper bedingt ist, welcher die krank- machende Wirkung einer späteren Infection mit demselben Krankheits- erreger verhindert. Dieser Körper behält diese Eigenschaft auch außerhalb des thierischen Körpers und theilt sie in die Säftemasse anderer empfänglicher Organismen injiciert auch diesen mit. Ob diese schützende Wirkung in einer Bindung der von den Bacillen producierten Giftstoffe [Aronson (^^o^] oder in einer (passiven) Immunisierung der Gewebe besteht, soll hier nicht weiter erörtert Averden. Behring, der sich um das Studium dieser Verhältnisse](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21051069_0286.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image