Blutkrankheiten und Blutdiagnostik : Lehrbuch der klinischen Hämatologie / von Otto Naegeli.
- Otto Nägeli
- Date:
- 1923
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Credit: Blutkrankheiten und Blutdiagnostik : Lehrbuch der klinischen Hämatologie / von Otto Naegeli. Source: Wellcome Collection.
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![5. Präparat mit bestrichener Seite nach unten wird mit der unter 1 her¬ gestellten Giemsalösung unter schichtet. Färbedauer 10—12 Min. 6. Kräftiges Abspülen mit Wasserstrahl (Aq. dest. oder Brunnenwasser). 7. Trocknen zwischen Fließpapier und an der Luft. (8. Kontrolle der Färbung [schwache Vergrößerung] auf gute Kernfärbung.) 9. Neutraler Kanadabalsam. 2. Einfache Giemsafärbung. 1. Fixation mit abs. Methylalkohol 3 Min. in Blockschälchen, das gut zugedeckt wird (Vermeidung von Verdunstung); 2 Min. bei über 24 Stunden alten Ausstrichen. 2. Färbung wie oben unter 5. 3. Ahes wie oben unter 6., 7., 8., 9. Zur Färbung besonderer Gebilde (Spirochaeta pallida, Trypanosomen, Kapseln der Malariahalbmonde) setzt man zu 10 ccm der nach 2. verdünnten Farblösung 1—2 Tropfen einer Iproz. Kahumkarbonatlösung zu. Fehlermöglichkeiten bei der Färbung. 1. Die Schicht geht weg: ungenügende Fixation. 2. Die Kernstruktur ist plump: Färbung nach Giemsa war zu lange. 3. Das Präparat ist blau: Abspülung zu gering. 4. Das Präparat ist rot: Säure in den Schalen oder unrichtige Giemsa- mischung. 5. Kernfärbung sehr schwach: Giemsa zu kurz. 6. Präparat rot, Kerne nicht gefärbt: Säureeinwirkung oder unwichtige Giemsamischung. 7. Jede Färbung ungenügend: schlechte Giemsalösung, die Niederschläge ausfallen läßt, oder unreines Wasser (immer Aq. dest.!) benützt. Neuere Farb¬ lösungen geben oft fast sofort Niederschläge, färben aber doch gut. Säure, selbst in minimaler Menge, z. B. zur Reinigung der Blockgläschen oder Schalen verwendet, vernichtet den Giemsaeffekt und zerstört das Methylenazur. Jetzt müssen alle Schalen in stark verdünnte Lauge gebracht und nachher vielfach mit destilliertem Wasser ausgewaschen werden. Ergebnisse der Färbungen. Die Kerne erscheinen in dünnen Ausstrichen rot, in dickeren Partien aber bläulich; auch pyknotische Kerne sind oft blau. Die Kernstruktur ist deutlich erkennbar und erlaubt, jungkernige, feinstruktuierte von alt kernigen Zellen mit dickerem Basichromat innetz werk zu trennen. Nukleolen können oft aufs schönste wahrgenommen werden: Taf. I, Zellen 9—11; III, Zellen 6 — 7; IV, Zellen 17, 20; X, Zellen 1, 2; XI, Zellen 1—12, 15, 16; XII, 1—3; XIII, 1—4, 10 — 14; XIV, fast in allen Zellen; XVI, XXIV und XXV. Die neutrophile Granulation erscheint violettrot, in jungen Zellen dunkel purpurviolett (Taf. XI, XIV, XXIV), manchmal rotbräunlich und ist dann halbreif (Taf. XI, Zellen 12, 13 und 14; XIV, Zellen 11 und 12; XXIV), die eosinophile rot bis rotbraun bis matt rotbraun. Hellere rote Farbentöne be¬ kommt man bei baldiger Färbung, z. B. innerhalb der ersten 24 Stunden nach Herstellung der Ausstriche. An späteren Tagen bekommt man mehr matt braun¬ rote Tinktion, die an Schönheit viel zu wünschen übrig läßt. In den Mastzellen färben sich die durch das Wasser nicht zerstörten Granula violett malvenfarben (Taf. III, Zelle 25).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29928746_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)