Blutkrankheiten und Blutdiagnostik : Lehrbuch der klinischen Hämatologie / von Otto Naegeli.
- Otto Nägeli
- Date:
- 1923
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Credit: Blutkrankheiten und Blutdiagnostik : Lehrbuch der klinischen Hämatologie / von Otto Naegeli. Source: Wellcome Collection.
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![Methoden für die Färbung der Altmann-Schriddeschen Lymphozytengranula. ]9 Metüylenblaujodfärbung nach Türk für Mastzellen (s. 2. Aufl.). Methoden für die Färbung der Altmann-Schridde sehen Lympho¬ zytengranula (Mitochondrien, Chondriokonten). a) Nach Schridde (in: Naegeli, Ehrlichs Anämie, 2. Aufl., 1909, 70). 1. Ausbreiten des Blutes in dünner Schicht auf dem Objektträger. 2. Objektträger kommen sofort in Formol-Müller (1 : 9) für 1—2 Stunden. 3. Abspülen einige Minuten mit gewöhnlichem Wasser, dann mit Aq. dest. 4. Einlegen in 1 proz. Osmiumlösung 1/2 Stunde unter Lichtabschluß. 5. Kurzes Abspülen. 6. Färbung mit Anilinwasser-Säurefuclisinlösung (100 ccm kalt gesättigt, filtrierte Lösung von Anilin in Aq. dest. -j- 20 g Säurefuchsin. Filtrieren). Man bringt eine hohe Schicht der Lösung auf den Objektträger, erwärmt 5—6 mal über der Flamme, bis jedesmal kleine Dämpfe aufsteigen, und läßt zuletzt vollständig erkalten. 7. Nach Eortwischen der angetrockneten Earbstoffränder auf den Seiten des Objekt¬ trägers mit Fließpapier Differenzierung mit Pikrinsäurealkohol: 1 Teil gesättigte alkoho¬ lische Pikrinsäurelösung, 7 Teile 20 proz. Alkohol. Mehrmaliges Auftropfen, bis das Präparat gelblich oder hellgelblich aussieht. 8. Kurzes Abspülen mit abs. Alkohol. 9. Toluol oder Xylol. 10. Einbetten in Kanadabalsam. a Die eosinophilen Granula sind schwarzrot, die neutrophilen und amphophilen blaß bräunlichrot, die basophilen farblos wie Vakuolen; die Lymphozyten haben perinukleäre, gelblich-karmoisinrote Körnchen oder Stäbchen. Zweifellos sicherer ist die folgende unter meiner Leitung ausgearbeitete Methode: b) Nach Freifeld (Inaug.-Diss. Zürich 1909, August, s. auch Klein, Fol. hae- matol. X, 1910): 1. Fixation der lufttrockenen Präparate in frischer 1 proz. Osmiumtetroxydlösung unter Luft- und Lichtabschluß, 1/2—1 Stunde. 2. Kurzes Abspülen in Aq. dest. 3. Färbung 15—20 Min. mit Altmannscher Amlinwasser-Säurefuchsinlösung unter leichtem Erwärmen (keine Dampfbildung!) über einer kleinen Flamme (Spiritusflamme), indem das Präparat ca. 4—5 cm von der Flamme entfernt gehalten und etwa 5 mal langsam darüber hingezogen wird, dann Erkaltenlassen und nach dem Erkalten von neuem in gleicher Weise erwärmen. (Jede starke Erwärmung ist streng zu vermeiden.) Wiederholen der Prozedur während 15—20 Min. Die Erwärmung kann auch im Trockenschranke oder auf der Metallplatte vorgenommen werden. 4. Abspülen des vollständig abgekühlten Präparates tropfenweise mit Pikrin säure- lösung, bis die abfließende Flüssigkeit rein gelb und nicht mehr rötlich wird. 5. Kurzes Abspülen in abs. Alkohol. 6. Kurzes Hineinbringen in säurefreies Xylol. 7. Einbetten in neutralen Kanadabalsam. Normale rote Blutkörperchen färben sich intensiv diffus rot; unter pathologischen und embryonalen Verhältnissen erscheinen rote Blutkörperchen mit blaßrotem bis fast ganz gelbem Protoplasma mit einer azidophilen roten Fleckung. Die Oxychromatin- struktur der Kerne färbt sich bräunlich-rötlich. Die Lymphozyten zeigen ungefärbtes Protoplasma, aber intensiv rotgefärbte punkt- bis stäbchenförmige, azidophile Schridde- Altmannsche Granula; der Lymphozytenkern ist leicht gelblich tingiert. Die neutro¬ philen Leukozyten zeigen diffus rötlichviolett gefärbtes Protoplasma; die Granula sind sehr fein rötlichbraun-violett. Zwischen den Einbuchtungen des Kerns ist das Zentrosom stark rotgefärbt. Die eosinophilen Leukozyten zeigen grobe rotviolette Granula, welche das ganze Protoplasma dicht ausfüllen. Die Mastzellen zeigen ungefärbte Granula (negative Granulafärbung), manchmal mit leichter roter Umwandlung (wohl Differenzie¬ rungsprodukt). In den Monozyten sind die roten Stäbchen, Streifchen und Körnchen viel reichlicher und gleichmäßiger nachzuweisen, so daß eine leicht violette Farbentönung entsteht. In den Myeloblasten erscheinen eigenartige Strichelungen, Streifen und Schleifen, oft ähnlich den fuchsinophilen Granula der Lymphozyten, aber im Unterschied von den Lymphozyten ganz diffus im Protoplasma in großer Zahl und morphologisch verschieden (Abbildungen in Schridde - Naegeli). c) Methode Butterfield, Heineke, Meyer und Merrian (Fol. haematol.. 1909,328). 9* 4mJ](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29928746_0035.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)