Blutkrankheiten und Blutdiagnostik : Lehrbuch der klinischen Hämatologie / von Otto Naegeli.
- Otto Nägeli
- Date:
- 1923
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Credit: Blutkrankheiten und Blutdiagnostik : Lehrbuch der klinischen Hämatologie / von Otto Naegeli. Source: Wellcome Collection.
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![Wölfing benutzt einen Exsikkator, der an eine Wasserstrahlpumpe angeschlossen ist, und wiegt das Platinschälchen mit Serum nach 9 Stunden auf der Torsions wage. Diese Methode mit dem Vakuumexsikkator ist rasch und sehr genau durchführbar. Der Trockenrückstand ist normalerweise ziemlich konstant und wird ge¬ wöhnlich angenommen zu 21—22,5%. Bic und Müller geben für den Mann 20,89% (Maximum -f- 0,765% Minimum — 0,98%) an und für die Frau 18,99% (Maximum -j- 0,93%, Minimum 1—0,97%). Der Trockenrückstand des Serums, in gleicher Weise bestimmt, ergibt 10—10,5%, und nach Bic und Müller ca. 9,01% für den Mann und 8,77% für die Frau. Auch für rote Blutkörperchen wird der Trockenrückstand ermittelt; doch ist dieser Wert weniger zuverlässig, da das Zentrifugat und noch viel mehr das Sediment des Erythrozyten Plasma eingeschlossen enthält. Biernacki hat Werte von 28—30% für Erythrozyten als normale bezeichnet, Bic und Müller aber 34,6% für den Mann und 35,19% für die Frau. Der Trockenrückstand ist abhängig vom Gehalt an korpuskulären Ele¬ menten, vom Gehalt an Eiweiß und Salzen. Er ist also ebenfalls eine komplexe Größe und kann sogar normal sein, obwohl eine Blut Verdünnung stattgefunden hat. Gewöhnlich werden die Bluteindickungen den Prozentsatz steigern, Anämien und Hvdrämien indessen vermindern. Daher wird die Bestimmung der Trockenrückstände in erster Linie benutzt, um die Verwässerung des Blutes und den Wassergehalt festzustellen. Freilich sollten derartige Untersuchungen nach meiner Ansicht sich nicht ausschließlich auf diese Methodik allein stützen, sondern mindestens noch den Eiweißgehalt des Serums mitberücksichtigen. Weil nun die Refraktometrie den Eiweißgehalt direkt ergibt,' hat heute die Bestimmung des Trockenrückstandes sehr an Bedeutung verloren. Der Wassergehalt des Serums ist bei gesunden Leuten außerordentlich konstant und unterliegt einer sehr fein arbeitenden Regulation,' so daß selbst nach starker Flüssigkeitszufuhr die meisten Autoren keine Verdünnung’ des Serums gefunden haben, oder doch nur geringe Schwankungen [Engel und Scharl, Strauss, Plehn (im Gegensatz zu Chiarolanza), eigene Unter¬ suchungen in Heudorfer, Zeitschr. f. klin. Med. 79. 1913. Veil (Kongr. f. inn. Med. 1914)]. Siehe auch S. 56. Literatur über Wassergehalt des Blutes und des Serums. Askanazy, Dtsch. Arch. f. klin. Med. 59. — Bic u. Müller, Nord. Ref. Fol. haematol. 15, 232. — Chiarolanza, Dtsch. Arch. f. klin. Med. 95. 1909. — Eg er, Zeitschr. f. klin. Med. 32. 1907. — Engel u. Scharl, Zeitschr. f. klin. Med. 60. 1906. — Engels, Arch. f. exp. Pathol. u. Pharmakol. 51. — Erb jun., Konzentration vom Blutdruck abhängig. Dtsch. Arch. f. klin. Med. 88. 1906. — Grawitz, Dtsch. Arch. f. klin. Med. 91. 1907; Dtsch. med. Wochenschr. 1893. — Hammerschlag, Hydrämie. Zeitschr. f. klin. Med. 21. — Jaksch, Zeitschr. f. klin. Med. 23. 1893. —Lust, Jahrb. f. Kinderheilk. 73. — Magnus, Arch. f. exp. Pathol. u. Pharmakol. 44. 1900. — Martius, Fol. haematol. 3, 138 u. Inaug.- Diss. Berlin 1906. — Plehn, Naturf.-Vers. 1906; Dtsch. Arch. f. klin. Med. 91. 1907; 92. 1908; 95. 1909. — Prache, s. S. 54. — Reiss, Jahrb. f. Kinderheilk. 70, 311—362. 1909! — Rzentkowski, Virchows Arch. f. pathol. Anat. u. Physiol. 175. 1905. — Schulz, Exs. Diathese. Jahrb. f. Kinderheilk. 85. 1917. — Strauss, Zeitschr. f. klin. Med. 00. 1906. — Widowitz, Jahrb. f. Kinderheilk. 27 u. 28. — Wölfing, Münch, med. Wochenschr. 1917, S. 869. Die Bestimmung des Eisens im Blute. kann nur auf dem gewöhnlichen chemisch-analytischen Wege oder mit der Mikroanalyse von Bang mit Sicherheit vorgenommen werden. Zwar ist von Jolles ein „Ferrometer“ (Fol. haematol. 1, Nr. 14. 1904) konstruiert worden, das den Eisengehalt selbst sehr kleiner Blutmengen bestimmen lassen soll; doch werden gegen die Richtigkeit der'Methode so schwerwiegende Gründe vorgeführt, daß man heute wohl dieser Untersuchung kein Ver¬ trauen entgegenbringen kann (s. Schwenkenbecher, Dtsch. Arch, f. klin, Med. 75. 1903).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29928746_0073.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)