Die Rosaniline und Pararosaniline. Eine bakteriologische Farbenstudie / von P. G. Unna.
- Unna P. G. (Paul Gerson), 1850-1929.
- Date:
- 1887
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Credit: Die Rosaniline und Pararosaniline. Eine bakteriologische Farbenstudie / von P. G. Unna. Source: Wellcome Collection.
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![sogar durchaus keiue Hülle eines leheudigen Bacillus aus Fett bestehend denken, wenn der Bacillus das Fett nicht früher im Inneren helieihergt und dann ausgeschieden hat. Die An- schauung einer den lebendigen, wachsenden Bacillus von aufsen umkleidenden Fetthülle erscheint mir denn doch nicht den Thatsachen der physiologischen Botanik zn entsprechen. Nein, auch die Fett- und Smegmahacillen können mit gutem Grunde als Ganzes für säurefest gehaltei] werden, d. h. für Körper, die eine solche Affinität zum Farbstoff besitzen, dafs die Säure ihueu denselben nicht zu entziehen vermag — ohne auf eine supponierte Hülle zu rekurrieren. Gesetzt aber auch, die GoTTSTEiNsche Annahme einer hlofsen Fetthülle wäre richtig, so würde der EHRLiCHschen An- schauung doch damit nicht im mindesten geholfen sein. Denn dann wäre es keine Membran im Sinne von Ehrlichs jetziger Annahme, die die Säuren und den Farbstoff ein-, aber nur die Säuren herausläfst, und auch keine Membran im Sinne von Ehr- lichs erster Hypothese, die den Farbstoff wohl, aber nicht die Säuren durchläfst, denn der bacilläreInhalt bleibt ja bei den Gott- STEiNschen Fetthacillen überhaupt ungefärbt. Die Fetthülle der Fetthacillen Gottsteinb ist vielmehr nur ein in Hüllen- form ausgebreiteter Fettkörper, der ohue Dazwischen- kuuft irgend welcher EiiRLiCHschen Membran sich mit dem Farbstoff sättigt und diesen an Säuren nicht wieder abgibt, gerade wie die ungeformten Fettkc'U’per auch. Ich imichte daher auch alle Beweismittel von Gottstetn für eine sich kon- sequent bleibende, chemische Theorie der Färbung in Anspruch 71 eh men, November 1886.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21718738_0072.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


