Beitrage zur Therapie und Casuistik der Uterusrupturen / von Ludwig Piskacek.
- Piskacek Ludwig.
- Date:
- 1889
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Credit: Beitrage zur Therapie und Casuistik der Uterusrupturen / von Ludwig Piskacek. Source: Wellcome Collection.
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![Becken zuzuwarten wäre. Jedenfalls ist sowohl während der Gravidität, als auch insbesondere während der Gehurt die grösste Vorsicht dringend 1 geboten. Vielleicht ist Hofmeier’s Prädisposition des Gewebes für gewisse Uterusrupturen auf verheilte Risse aus früheren Geburten zurückzufüliren, welche ersteren wegen Mangel der entsprechenden Symptome nicht diagno- stieirt wurden. Wir haben die Ueberzeugung, dass viele solche Rupturen existiren. Inwieweit Kaiserschnittnarben zur Entstehung von Uterusrupturen beitragen, lässt sich für die verbesserte alte Methode, wobei gegenwärtig unter dem Schutze der peinlichsten Antiseptik und bei Anlegung einer genauen Uterusnaht eine primäre Vereinigung der Wundflächen erfolgt, bis jetzt nichts Sicheres Voraussagen, da noch nicht viele Fälle bekannt sind, wo die Frauen neuerdings concipirt und bis ans Ende getragen hätten. Caruso, ]) der die letzte Zusammenstellung der Kaiserschnitte mit Uterusnaht veröffentlicht hat, berichtet über drei Fälle, wovon zwei von Korn (Leopold’sche Klinik) und einer von B. Schultze operirt wurden. Ueber einen Fall Korn’s theilt uns Leopold2) mit, dass man die Uterusnaht des letzten Kaiserschnittes während der Wehe durch die ganz dünnen Bauchdecken in »äusserster Verdünnung« mit den verschiedenen Nahteinschnitten und dazwischen hegenden Hervorbuchtungen beobachten und die Silberdrähte deutlich fühlen konnte. Die letzteren ragten, wie man sich während des zweiten Kaiserschnittes überzeugen konnte, mit ihren Enden in die Gebärmutterhöhle herein. Dass aus einer »äussersten Verdünnung«, wenn nicht bald die Uteruswandung künstlich entspannt wird, eine Ruptur entsteht, ist sehr wahrscheinlich. Birnbaum3) berichtet über eine Frau, an welcher fünf Mal der alte Kaiserschnitt ausgeführt wurde. Es wurde, wenn auch nicht wie heute, der Uterus genäht. Jedes Mal sah man am unteren Ende der Narbe eine mit Blut gefüllte blasige Abhebung des Peritoneums (subperitonealesHämatom) als erste Andeutung einer bevorstehenden Zerreissung im Bereiche der alten Narbe. Das Verhalten der Kaiserschnittnarben nach Anwendung der alten Methode (ohne Uterusnaht) bei nachfolgender Schwangerschaft hat Kruken- berg4) genau verfolgt. In der Literatur fand Krukenberg zunächst ') Caruso. »Die neuesten Ergebnisse des conservativen Kaiserschnittes mit l terus- nalit.« Arcli. f. Gyn., Bd. XXXIII, Hft. 2, 1888. -') Leopold. »Der Kaiserschnitt und seine Stellung zur küustl. Frühgeburt etc.« (Stuttgart. 1888. S. 163 u. 164) und Korn. Sitzungsbericht der gyn. Ges. zu Dresden v. 6. Oct. 1887. 3) Birnbaum. Arcli. f. Gyn., Bd. XXV., S. 422. ■•) Krukenberg. Arcli. f. Gyn. XXVIII.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2169350x_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)