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Credit: Orbitalphlegmone und Sehnervenatrophie / von J. Öller. Source: Wellcome Collection.
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![marginalen Interseptalräumen trifft man aber im Detritus ziemlich viele gewucherte Kerne und als einen ganz charakteristischen Befund: sog. Körnchenzellen. Sie haben fast ausnahmslos eine bedeutende Grösse: 0,027 Länge, 0,024 Breite, wenn der Längsdurchmesser überwiegt; viele derselben sind aber vollkommen rund; einzelne erscheinen aber auch da und dort abgeplattet. Ihre Membran hebt sich meist scharf ab. Das Protoplasma ist entweder wie grob gekörnt oder ganz fein retikuliert. Die meisten Zellen haben bloss einen meist randständigen Kern, wenige haben 2 Kerne; manche tragen eine oder zwei Blasen verschiedener Grösse. Sie finden sich in grosser Zahl zerstreut im Detritus, oder füllen zu 10—20 einen marginalen Interseptalraum vollkommen aus. Sie haben offenbar die Aufgabe, die Zerfallsprodukte in sich aufzunehmen und ab- zuführen. Diese Zone der Kernwucherung und der Körnchenzellen, die inter- stitielle Entzündung an den Randpartien des Sehnerven setzt sich ganz scharf ab gegen die rein axialen Partien des Sehnervenquerschnittes, die ein durchaus anderes Bild bieten. Die anatomische Struktur scheint voll- kommen erhalten zu sein: die Septa zeigen normale Breite und Anord- nung ohne Spur einer Kern Vermehrung; sie umschliessen die normalen Felder für Neuroglia und Nervenfasern. Die capillaren Spalten längs der Septa sind aber verbreitert, oft gleichmässig, oft ungleichmässig, so dass der Inhalt der Interseptalräume von einem mehr minder breiten Spalt- raum umgeben ist. Neuroglia und Nervenfasern befinden sich offenbar in einem akuten Zerfalle. Das beweist schon der Umstand, dass alle Färbemittel an diesen Partien ihren Dienst zu versagen scheinen. Selbst die Kerne färben sich in Hämatoxylin nur nach langer Einwirkung äusserst schwer und schwach. Das zierliche Netzwerk der Neuroglia ist voll- kommen aufgelöst; man sieht nur krümelige, manchmal matt glänzende Massen, in welchen aber noch zahlreiche Züge parallel verlaufender oder wirr durcheinander liegender, mit Weigertscher Methode deutlich schwarz gefärbter scharf konfluierter Fasern auftreten, manchmal auch kleine schwarze Kreiskonturen. Diese Zerfallsmassen stellen entweder einen Abguss eines Int er septa] raumes dar, oder die Felder zwischen den Inter- septalräumen erscheinen durch Lücken im Gewebe von verschiedener Grösse etwas gefleckt. Dieser Befund setzt sich auf beiden Sehnerven nach rückwärts fort bis zu dem am Foramen opticum durchschnittenen Ende des Nerven, aber](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21635948_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)