Physikalische krystallographie und einleitung in die krystallographische kenntniss der wichtigeren substanzen / von P. Groth.
- Paul Heinrich von Groth
- Date:
- 1876
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Credit: Physikalische krystallographie und einleitung in die krystallographische kenntniss der wichtigeren substanzen / von P. Groth. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![vollkomm^ eben gemacht und polirt, endlich beide Hälften in ihrer ursprüng- lichen Stellung mit Canadabalsam wieder an einander gekittet. Trifft auf ein solches Prisma ein Lichtstrahl parallel seiner Längsrichtung is in Fig. 48], so wird er in zwei verschieden gebrochene Stralilen zerlegt; der ausserordentliche e bewegt sich in einer Richtung im Kalkspath, in welcher sein Brechungsquo- tient == 1,536 ist; ungefähr denselben Werth besitzt derjenige des Canada- balsams für jede Art von Schwingungen (da dieser ein isotroper Körper ist), folglich wird der Strahl e fast ohne Ablenkung durch den Canadabalsam hin- durchgehen. Dagegen wird der ordentliche Strahl o weil stärker abgelenkt, triß't also unter grösserem Incidenzwinkel auf die Grenze von Kalkspath und Canadabalsam; da sein Brechuugsexponcnt im Kalkspath = 1,654, im Balsam = 1,536, so ist das erste Medium für ihn das optisch dichtere, aus welchem das Licht nur dann austreten kann, wenn der Einfallswinkel eine bestimmte Grenze nicht überschreitet (s. S. 20). In dem beschriebenen Falle ist diese Grenze überschritten, folglich findet Totalreflexion des Strahles o statt, durch welche derselbe auf die Seitenflächen des Prismas geworfen und durch eine schwarze Fassung desselben absorbirt wird. Durch den Nicol (das Nicol’sche Prisma) hindurch gelangt also nur der im Ilauptschnitt schwingende, senkrecht dazu polarisirte extraordinäre Strahl hindurch, so dass also zwei, in gekreuzter Stellung nach einander in den Weg des Lichtes eingeschaltet, von demselben gar Nichts hindurchlassen. Treten in einen Nicol polarisirte Lichtstrahlen ein, aber von anderer Schwingungsebene als sein Ilauptschnitt, so wird von denselben nur derjenige Antheil hindurch- gelassen, welcher auf den Hauptschnitt als Schwingungsebene entfällt. Von zwei gleichzeitig durch einen Nicol gehenden, linear polarisirlen Strahlen mit verschiedener Schwingungsebene geht jedesmal nur die dem Hauptschnitt parallele Componente der Vibrationen hiiidui'ch, die um so geringer aus- fällt, je grösser der Winkel der Schwingungsebene des eintretenden Strahls mit dem Hauptschnitt des Nicols ist. Diese Antheile der beiden Strahlen, welche das Nicorsche Prisma durchlässt, schwingen in derselben Ebene, nämlich dem Hauptschnitt des Nicols, die Schwingungen der beiden ein- tretenden Lichtstrahlen sind auf dieselbe Polarisationsebene zurückgeführt; nach S. 45 sind sie also jetzt im Stande zu inter- feriren. Die Erscheinungen der Interferenz der beiden polarisirten Strahlen, welche aus einem doppeltbrechenden Krystall austreten, dienen hauptsächlich zur Bestimmung der optischen Eigenschaften eines Krystalls. Die bisher betrachteten Erscheinungen, z. B. das Auftreten zweier getrennter Bilder beim Hindurchsehen,' sind im Allgemeinen nicht geeignet, einen doppelt- brechenden Krystall von einem isotropen zu unterscheiden, da nur bei sehr grosser Differenz der Brechungsquotienten beider Strahlen und bei grosser Dicke des Krystalls, wie sie nur selten zur Verfügung steht, die beiden Bilder weit genug aus einander treten. Ausser der oben erwähnten Bedingung für die Interferenz zweier pola-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28116446_0074.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)