Vorlesungen über specielle Pathologie und Therapie / bearbeitet und herausgegeben von Emil Riker von Stoffella.
- Johann Ritter von Oppolzer
- Date:
- 1866
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Credit: Vorlesungen über specielle Pathologie und Therapie / bearbeitet und herausgegeben von Emil Riker von Stoffella. Source: Wellcome Collection.
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![bogens, so dass demnach, je nachdem ein rechtsseitiger oder ein linksseitiger Pneumothorax vorliegt, die Leberdämpfang oder die Herz- und Milzdämpfung vergebens au ihrem normalen Platze gesucht wird, sondern statt ihrer, wie gesagt, vielmehr ein heller, voller tym- panistischer Schall daselbst angetroffen wird. Unterhalb des bezüg- lichen Rippenbogens findet sich dagegen begreiflicherweise die der dislocirten Leber oder Milz augehörige Dämpfung des Percussions- schalles vor, und ebenso versteht es sich, dass nach der jeweiligen Dislocation des Herzens, sich eine entsprechende Veränderung in den Percussionverhältnissen der gesunden Thoraxhälfte ergibt. In Folge der Verdrängung des Herzens bietet sich nämlich bei linksseitigem Pneumothorax, in der Parasternal- und nicht selten auch in der Mam- millarlinie der rechten Thoraxhälfte, von der 4. bis zur 6. Kippe, ein gedämpfter Percussionsschall dar, während bei rechtsseitigen Pneumothorax dagegen die Dämpfung des Herzens in einer mehr oder weniger beträchtlichen Ausdehnung über die linke Mammillar- linie hinausreicht. Weiters ist betreffs der Percussion noch folgend es zu bemerken: Sehr häufig ist der erwähnte helle, volle, tympa- nitische Percussionsschall von einem metallischen Nachklänge begleitet, welchen man namentlich dann sehr deutlich hört, sobald man gleichzeitig, als man percutirt, das Ohr an die Brustwand an- legt (Auscultatiou der Percussion) *■]. In anderen Fällen von Pneu- mothorax hinwieder geschieht es, dass die Spannung der Brustwandung eine allzu bedeutende ist, so dass dadurch der tympanitis che Charakter des Percussionsschalle s verloren geht, und sich dieser demnach einfach als ein heller, voller Schall darstellt, oder doch nur einen ganz schwachen tympanitischen Nachhall erkennen lässt. — Ist ausser der Luft auch Flüssigkeit im Thoraxraume vorhanden, dann nimmt diese nach dem Ge- setze der Schwere stets die tiefste Stelle im letzteren ein, und müsste daselbst natürlich nun auch ein gedämpfter Percussionsschall auftreten. Dabei ist indess in Betracht zu ziehen, dass, wenn man nicht leise percutirt, der Anstoss, welchen beim Percutiren jene Flüssig- *) Es lässt sich zwar nicht läugneu, dass man auch beim gesunden Men- schen, wenn man während der Percussion auscultirt, einen metallischen Klang wahrnimmt; dieser ist indess zum Unterschiede von jenem, welchen man bei Pneumothorax antrifft, nur kurz andauernd und auf einen klei- nen Raum beschränkt](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21518725_0785.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


