Geschichte der Krankenpflege : er Entwicklung der Krankenpflege- Systeme von Urzeiten bis zur Gründung der ersten englischen und amerikanischen Pflegerinnenschulen / von M. Adelaide Nutting und Lavinia L. Dock ; übersetzt von Schwester Agnes Karll.
- Mary Adelaide Nutting
- Date:
- 1910-[1913]
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Credit: Geschichte der Krankenpflege : er Entwicklung der Krankenpflege- Systeme von Urzeiten bis zur Gründung der ersten englischen und amerikanischen Pflegerinnenschulen / von M. Adelaide Nutting und Lavinia L. Dock ; übersetzt von Schwester Agnes Karll. Source: Wellcome Collection.
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![Patienten eindringen1). Der Arzt muß ein schneller und starker Operateur sein und er muß weder schwitzen, zittern, noch Ausrufe tun. Der Arzt muß dazu bereit halten: stumpfe und scharfe Instrumente, Ätzmittel und Feuer, spitze Instrumente, ein Hörn (zum Schröpfen) Blutegel, einen Flaschenkürbis (für Flüssigkeiten) Katheter, Baumwolle, Tuch, Faden, Blätter, Verbandzeug, Honig, zerlassene Butter, Fett, Milch, Ei, Er- frischungsmittel, abgekochte Arzneien, Salben, Teige, kaltes und heißes Wasser, Pfannen; auch sollen ihm zuverlässige und kräftige Gehilfen zur Seite stehn. Die Operation soll unter einer glückverheißenden Konstellation stattfinden, mit einer religiösen Zeremonie eingeleitet, und von einem längeren Gebet des Arztes gefolgt werden. Der Kranke darf vorher nur wenig gegessen haben, setzt sich dem Arzt gegenüber und wird festgebunden. Nach der Operation soll der Arzt ihn mit kaltem Wasser erfrischen, die Wunde überall mit den Fingern auspressen, zusammendrücken, mit Arznei auswaschen, mit einem Tuch abwischen, [hierauf eine mit einem dick aufge- tragenen Teig von Sesamsamen, vermischt mit Honig und Butter beschmierte, mit Arzneien getränkte Einlage machen,] über die dann wieder ein Teig kommt, über diesen eine Kompresse, worauf das Ganze mit einem Tuch festzubinden ist. Es folgen Räucherungen und Besprechungen. Nach drei Tagen ist der Verband zu erneuern2). Dies erscheint als Behandlungsweise für eine eiternde Wunde. Wenn eine Wunde genäht wurde, wurden die Ränder gut geschlossen, mit Linnen be- deckt und ein heilendes Pulver dick darauf gestreut. Die Hindus hatten fünfzehn Hauptarten von Bandagen, und erfanden viele Operationen, welche jetzt als ') Wise, Hindu Mediane S. 184, zit. von Berdoe a. a. O. S. 103. 2) Jolly, a. a. O. S. 30.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21009545_0064.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)