Licence: Public Domain Mark
Credit: Physiologie der Netzhaut / von Hermann Aubert. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by UCL Library Services. The original may be consulted at UCL (University College London)
149/416 page 131
![Tabello XX. Blau. liolh. LiclitiiitL'u- »i tüten. Flächen. Liclitintoii- sitäteii. Flächen. 1 110 1 1024 •2 25 266 4 7 :j G4 8 2 6 16 [25] [1] Ii 4 25 1 Für Blau evgiebt sich daraus (mit Ausschluss des letzten Werthes), dass bei einfacher Abnahme der Lichtintensitäten ungefähr eine quadratische Zunahme der Grösse der farbigen Fläche hat stattfinden müssen — für Rotli eine noch stärkere, als quadratische Zunahme erfoa-derlich gewesen ist. Das heisst: Die Wahrnehmbarkeit Öl&s Blaa ist im Vergleich zu der Wahrnehm- barkeit des Roth von d er He lligke it in h öhe r em Gr ade a bh ä ngi g als von dem Gesichtswinkel. Den letzten Werth iüv Blau glaube ich dess- wegeu ausschliessen zu dürfen, weil es nöthig war bei der grössten Oeffnung von 200 Mm. Seite mich dem Object von 3 M. auf 2 M. nähern zu müssen, um seine Farbe erkennen zu können. Für den Grund dieses Verhaltens zwischen Blau und Rotli scheint mir ein Aufschluss in dem qualitativen Verhalten des Blau zu liegen. Wir haben oben § 55 gefunden, dass Blau bei diffusem Tageslichte unter kleinem Gesichtswinkel eben so dunkel, als der schwarze Grund erscheint, dass es dagegen bei vermin- derter Beleuchtungsintensität (§ Gl) heller als der schwarze Grund erscheint, während das Umgekehrte bei Roth stattfindet, welches sich bei zunehmender Helligkeit und abnehmendem Gesichtswinkel immer mehr dem Ton des Orange nähert. So zeigte sich denn auch in der letzten Vei-suchsreihe die Helligkeit der blauen Quadrate um so auffallender, je schwächer die Beleuchtung war — je mehr diese zunahm, um so geringer wurde der Contrast der blauen Quadrate gegen den schwarzen Grund. Die rotheu Quadrate dagegen contrastirten um so stärker gegen den Grund, je stärker die Beleuchtung wurde. - Mir sind keine Erscheinungen bekannt, die einen Anhalt zu einer Erklärung dieser Erscheinungen geben könnten — ich will aber auf ein Moment aufmerksam machen, was über- haupt Berücksichtigung verdient — nämlich die Adaptation der Netzhaut für Farben. Die Bestimmungen der Tabelle XIX. sind mit adaptirtem Auge begonnen worden, aber während der Vermehrung der Lichtintensität ist der Adaptations- zustand der Netzhaut verändert worden — eine unvernieidliehe Complication des Versuches, welche für die gefundenen Werthc von grossem Einflüsse sein muss. Es ist femer keineswegs sicher, dass die Netzhaut sich mit gleicher Geschwindigkeit 9*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284866_0149.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


