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Credit: Physiologie der Netzhaut / von Hermann Aubert. Source: Wellcome Collection.
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![•^94 Schluss. postulirten YouNa'echen Fasern anatomisch nächgewiesen, noch die zu postulirende Verbindung zwischen den beiden Netzhäuten (vergl. § 127), noch die Endigungs- weisc der Nerven im Centraiorgan, ja kaum eine Spur von dem Verlaufe der Optil^usfasern im Gehirn. Wenn ich bezüglich der YouNo'schen Hypothese, p. 181, gesagt habe, sie sei nur als ein erster Versucli zur Lösung der Frage nach der Farbenempfindung anzusehen, so ist das eben mit Beziehung auf die anatomische Seite der YouNa'schen Hypothese gesagt worden. Es brauchen nicht grade drei verschieden fungirende Vasern in den Stäbchen zu sein, man kann sich eben so gut drei verschieden afficirbare Schichten vorstellen, oder sich etwa denken, die Zapfen wurden von den längsten, die Zapfenkörner von den mittleren, die Körner von denkürzestenAetherwellen afficirt —in dieser Beziehung ist also dieHypothese völlig labil. — Wenn in neuester Zeit Heymann (Die empfindende Netzhautschicht, Nova Acta Academiae N. c., 1804, Vol. XXX., ]i. 1) sich zu der Annahme neigti die Zapfen könnten, in verschiedenen Schichten afficirt, eine Tiefenwahrnehmung vermitteln, und zum Belege einen sehr interessanten Krankheitsfall einer Netzhaut- Apoplexie analysirt, so muss ich dagegen die Erfahrung geltend machen, dass die erwiesenermaassen in verschiedener Entfernung von den Zapfen liegenden Netz- hautgefässe in der PuBKiNjE'schen Aderfigur immer in ein und derselben Ebene zu liegen scheinen, und dass die Concavität oder Convexität des Bildes der Fovea centralis nur erschlossen, nicht direct wahrgenommen ist. Druck von W. G. Korn in Breslau.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284866_0412.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


