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Credit: Physiologie der Netzhaut / von Hermann Aubert. Source: Wellcome Collection.
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![notirt die Grösse derselben und die Zeit. Es ist zu bestimmen, bei welcher Grösse der Lichtquelle ein Unterschied in der Helligkeit des Gesichtsfeldes eben noch wahrgenommen werden kann, wenn abwechsehid die Lichtquelle verdeckt und frei gelassen wird? An demselben Vormittage, wo die im vorigen Paragi-aphen beschriebeneu Beobachtungen gemacht wurden, konnte ich, unmittelbar nachdem ich hinter den Schirm getreten war, um 11 Uhr 12' bei 10 Mm. Seite der quadratischen Dia- phragmaöffnung eine sehr deutliche Helligkeitsdifferenz bemerken, wenn die Diaphragmaöffnung verdeckt wurde; desgleichen kurz darauf bei 5 Mm, Seite, also 25 Mm.2 Lichtquelle. Erst um 11 Uhr 16' konnte ich eine Erhellung des Gesichtsfeldes bei 12,25 Mm. ^ Lichtquelle eben wahrnehmen und erst um 11 Uhr 25' bei 4 Mm.^ Lichtquelle; um 11 Uhr 30' nahm ich bei 1 Mm.^ Oeffnung nicht mehr wahr, ob die Oeffnung verdeckt oder frei gelassen war. Uebrigens konnte ich einen Unterschied immer nur im Momente der Erhellung und Verdunkelung wahi'nehmen, in den nächsten Augenblicken wusste ich nicht mehr zu sagen, ob ich den Schirm sähe; auch war die Erhellung immer deutlicher, als die Verdun- kelung, was offenbar auf einer Blendung der Netzhaut beruht. Die Helligkeit des Schirmes ist in diesen Versuchen abhängig von der Durchsichtigkeit oder der Durchscheinenlieit des Papiers. Es darf daher kein Vergleich gemacht werden zwischen der Helligkeit des bei auffallendem Lichte beobachteten kleinen Papierstreifens, und der Helligkeit, welche von dem Papier- schirme in mein Auge gelangte. Um aber einen Vergleich zwischen diesen beiden Objecten machen zu können, trat ich um 11 Uhr 30' vor den Papierschirm und dicht an denselben, so dass wenigstens der grösste Theil memes Gesichtsfeldes von der Fläche des Schirmes ausgefüllt wurde. Hier war ich im Stande, mit eben so grosser Sicherheit die Erhellung und Verdunkelung des Gesichtsfeldes bei 1 Mm.^ Oeflftiung wahrzunehmen, als wenige Minuten vorher hinter dem Papier- schirme bei 4 Mm.^ Oeffiiung des Diaphragmas. Endlich habe ich auch bei dieser Oeffnung von 1 Mm.^ noch eben meinen Schatten auf dem weissen Schirme wahrnehmen können, indess nur wenn ich mich bewegte oder im Momente, wo das Licht der Diaphragmaöffnuug ein- fallen konnte. 1 Mm.2 ist aber in einer Entfernung von 5 Metres eine so kleine Fläche, dass sie mit blossem Auge nur noch als Punkt erscheint. Denn 1 Mm. ist in 5 Mätres = 41 Winkelsekunden, also etwas kleiner als Jupiter in der Opposition, wo dessen Grösse = 49 oder gleich einem Quadrate von ] ,4 Mm. Seite ist — aber beträchtlich grösser als Venus zu der Zeit, wo sie ihren grössten Glanz hat und wo sie eine Sichel von etwa 40 Länge und 10 Breite hat. Venus giebt übrigens zu dieser Zeit unter sonst günstigen Umständen einen eben noch erkenn- baren Schatten (Littuow, Wnnde7' des Himmels, 18.37, p. 2,98.). Wir werden daher für die kleinste, eben noch merkliche Erhellung des dunkeln Gesichtsfeldes die Beleuchtung einer](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21284866_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


