Beiträge zur Kenntniss des menschlichen Extremitätenskelets / von W. Pfitzner.
- Pfitzner Wilhelm, 1853-1903.
- Date:
- 1891-1892
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Credit: Beiträge zur Kenntniss des menschlichen Extremitätenskelets / von W. Pfitzner. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![logische Sammlung des hiesigen anatomischen Instituts aufweist, mich überzeugt habe. In einer Sammlung wurden mir zwei Skelette von Anthropoiden ge- zeigt und dabei betont, dass es kräftige, musculöse Exemplare gewesen seien, ]^wie aus den übermässig entwickelten Muskelansätzen hervorginge. Ich musste erwidern, dass es nach meiner Ueberzeugiing kränkliche, ver- kümmerte Exemplare seien: obgleich vollständig erwachsen, seien sie be- deutend unter Mittelgrösse, und jene Erscheinungen, aus denen auf grosse Muskelkraft geschlossen würde, fänden sich, beim Menschen wenigstens, nur bei schwächlichen, herabgekommenen oder kränklichen Individuen. Es giebt so manches, was auf den ersten Blick uns gleich so ein- leuchtend erscheint, dass wir eine Prüfung auf seine Richtigkeit durch- aus überflüssig erachten. Darauf hinzuweisen, dass eine derartige Prü- fung immer und unter allen Umständen nöthig ist, und dass man keine noch so plausible Annahme unbesehen als richtig hinnehmen darf, ist ein Hauptzweck der vorliegenden Abhandlung gewesen. Anleitung zur richtigen Zusammenfügung des Handskelets. Präparate, die zum Unterrichte oder zum Selbststudium verwendet werden sollen, müssen absolut richtig zusammengesetzt sein, nicht nur annähernd; sie dürfen wohl unvollständig sein, aber nie falsch. Ein Handskelet, an dem die Finger vier- statt dreigliedrig wären, ein Fuss- skelet, das aus den Fusswurzelknochen eines rechten und den übrigen Knochen eines linken Fusses zusammengeschustert wäre, würde jeder ver- werfen. Wenn aber an einem rechten Handskelet sich ein linkes Luna- tum findet, das, um sich einzufügen, sich eine Vertauschung der Dorsal- und der Volarfläche hat gefallen lassen müssen, so wird den meisten, die es betrachten, die Verwechslung entgehen, und die, denen es zufällig auffällt, werden darin kaum eine wirkliche Ungehörigkeit sehen. Finger- und Zehenknochen aber sind vogelfrei. Es fehlt selbst den Anatomen noch zu sehr an Formensinn, sonst würden nicht selbst schwerere Ver- stösse gegen die typische Form so leicht unbeachtet bleiben. Bei einem Vortrage über eine Varietät am Fussskelet, gehalten vor einem grösseren Kreise von engeren und weiteren Fachgenossen, wurde ein rechtes Fussskelet herumgegeben und ausdrücklich als Norm be- zeichnet, an dem kaum ein einziger Zehenknochen richtig war: einige Knochen stammten von einem linken Fusse, andere von einem anderen Individuum, und, die Knochen der Grosszehe ausgenommen, fast kein Knochen sass an seinem richtigen Platze, eine Endphalanx einer zweiten Zehe bildete das Endglied der dritten Zehe, die Mittelphalanx der fünften Zehe war ersetzt durch eine solche der dritten Zehe, u. s. w. Da dieses Fussskelet nur zur Vergleichung l)ezügl. des Tarsus dienen sollte, so thaten 5* 67 5*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21693092_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)