Die Augenheilkunde in der Römerzeit / von Rodolfo del Castillo y Quartiellers ; autorisierte Übersetzung aus dem Spanischen von Max Neuburger.
- Rodolfo del Castillo Quartiellerz
- Date:
- 1907
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Credit: Die Augenheilkunde in der Römerzeit / von Rodolfo del Castillo y Quartiellers ; autorisierte Übersetzung aus dem Spanischen von Max Neuburger. Source: Wellcome Collection.
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![undErasistratos, die Schöpfer der Anatomie, widmeten sich ausschließlich der Pflege der Medizin und leiteten sie auf den Weg der Beobachtung. Im Verlaufe dieser Bestrebungen unter- schied man drei Teilgebiete der Heilkunst, welche je nach der vorwaltenden Berücksichtigung der Ernährungsweise, der Arzneimittel oder der manuellen Eingriffe als SLamfjTLxfy^apjiaxeu- tdo] und yetporjpY'.yjri Tsy/jr] bezeichnet wurden. Von Krankheiten unterschied man allgemeine und lokale, akute und chronische. Die Ergebnisse der sorgfältigen Studien, welche von der alexan- drinischen Schule betrieben wurden, machte Celsus, der hervor- ragendste medizinische Autor seiner Epoche, in Kom bekannt. Sein Werk De re medica — das einzige, was von seiner Enzyklopädie auf uns gekommen ist — ist von ganz besonderer Bedeutung für alle diejenigen, welche sich mit der Medizin im ersten christlichen Jahrhundert bekannt machen wollen. Wenn Celsus auch nicht als medicorum Deus betrachtet werden kann, wie es Casaubon will, so besitzt seine Schrift doch einen hervorragenden Wert für die Arzte aller Zeiten, sie zeichnet sich aus durch praktische Beobachtung, haarscharfe Analyse, Logik der Konklusionen — Dinge, welche dem Arzte eigen sein müssen, soll die Medizin zur vornehmsten der Künste erhoben werden. Das W^erk des Celsus, welches in der Sprache geschrieben ist, in der Virgil und Horaz gedichtet haben, enthält auch ethische Bemerkungen von ähnlicher Klarheit und Prägnanz des Ausdrucks, wie sie in den philosophischen Schriften Ciceros hervortritt. Aus diesem Grunde erhielt Celsus mit Recht den ehrenden Beinamen eines Cicero der Medizin oder eines lateinischen Hippokrates, und jedenfalls stellt er die be- deutendste medizinische Persönlichkeit seines Zeitalters dar. Die Medizin wurde in Rom von Griechen ausgeübt, die wissenschaftliche Terminologie war griechisch. Jeder wollte sich nur von hellenischen Ärzten behandeln lassen. Plinius entwirft von diesem Zustande folgendes Bild. „Von allen grie- chischen Künsten, sagt er,1) „ist die Heilkunst die einzige, welche trotz des so bedeutenden Ertrages bis jetzt der römische !) Hist. nat. Lib. XXIX, cap. 1.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21175767_0086.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


