Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![ganze Welt umgibt, gleicht der äußeren dichten Haut, welche durch die Kälte entstanden ist. So ist die Beschaffenheit des Ganzen und jedes einzelnen Teiles. Wie leicht ersichtlich ist, zerfällt dieser Abschnitt in zwei scharf zu sondernde Teile: der erste handelt von den sieben ein- ander entsprechenden Bestandteilen der Erde als des Makrokosmos und der animalischen Geschöpfe als der Mikrokosmen; der zweite vergleicht die Sitze der Wärme und Kälte im All mit denen ın den organischen Einzelwesen, besonders im Menschen. So schlecht und verderbt auch hier die Überlieferung im ein- zelnen ist, kann man doch hinsichtlich des Hauptgedankens der ersten Hälfte unseres Kapitels kaum in Zweifel sein. Was unser Verfasser darin sagen will, läßt sich am besten durch folgende Tabelle veranschaulichen '”): Erde Menschen u. Tiere I. Feste, unlösliche Bestandteile: Felsen und Steine Knochen IL Weiche, lösliche 5 : Erdige Substanzen | Fleisch III Feuchtwarme S Mark, Gehirn, Sperma IV Wasser in den Flüssen der Erde Blut in den Adern V Wasser in den Sümpfen und im Meere Wasser in den Eingeweiden ΥΙ [κυ Atem VI. Mond und Mondsphäre: Sitz der Weltseele Zwerchfell, Sitz der Seele. Hinsichtlich der ersten 6 Punkte kann schwerlich ein Ein- wand erhoben werden; dagegen dürfte Punkt 7 gewissen Zweifeln unterliegen, weil hier die Überlieferung eine schwankende ist. Körpers. Die Festigkeit dieser Haut rührt her von der umgebenden kühlen Tem- peratur’ Über inseparabilis soliditas vgl. noch Lerrr£ VII 637 (Note): ἄκριτον πάγος, τὸ οἷον Adıdngırov' εἴρηται δὲ ἐν τῷ Περὶ ἑβδομάδων ἐπὶ τοῦ μετὰ τὸν κόσ- μον, ἤτοι ἀπείρου, ἢ οἷον ἀδιατυπωτοῦ κενοῦ. Galen. Gloss. [Harver.] Vgl. oben Anm. 101 und π΄. σαρΆ. 3 = VII 588 L: τὸ μὲν ψυχρὸν πήγνυσιν, τὸ δὲ ϑερμὸν διαχέει. ἐν δὲ τῷ πολλῷ καὶ ξηραίνει χρόνῳ. Ὧ. auch unt. 9. 95. 185) Ähnlich die 7 (oder 8) Gleichungen im Mythus von Adams Erschaffung: Erde== Fleisch; Meer = Blut; Sonne = Auge; Wolken = Gedanken; Wind = Atem; Steine = Knochen; Heil. Geist = menschl. Geist [Seele]; lux mundi =? — Vgl. M. Förster, Arch. f. Rel.-W. XI 487. — In der indischen Medizin unterscheidet man 7 Grundbestandteile nach Jouty, Z. ἃ. deutschen Morgen]. Ges. 60 [1906] 451: Speisesaft, Blut, Fleisch, Fett, Knochen, Mark, Samen. — Übrigens beachte man, daß die x«odin, welche in m. σαρκῶν eine so bedeutende Rolle spielt, in π΄. ἐβδ. ebenso ignoriert wird wie der Begriff des κολλῶδες. der ebenfalls für das Buch m. σαρκῶν charakteristisch ist, so daß schon aus diesen Gründen die Identität der bei- den Verfasser ganz unglaublich ist. Mehr in den “Ennead, Studien’ S. 134f.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0104.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


