Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![stammende Kälte.) Der inneren Wärme des Kosmos entspricht wohl das πνεῦμα ψυχρόν im Innern des Leibes. Die allergrößten Schwierigkeiten bereiten aber dem Verständ- nis die beiden fast am Ende unseres Abschnittes stehenden, leider auch im lateinischen Wortlaut schwer verderbten Sätze der ara- bischen Übersetzung. Ich meine die Worte: „Die Wärme, welche rings im Körper ihren Sitz hat, bewirkt durch ihre rasche Be- wegung Farbenwechsel (Ambros.: Hominis calidum circa carnem quod per celeritatem splendens mutat colores), gleichwie du dort den Saturn (zuhal) in gleicher Tätigkeit siehst“ (Ambros: sicut et illice ijovem aegiocum invenies) und: „Der Arktur hat Beziehung zu der Tätigkeit des Zorns im Menschen und nährt ihn, welcher von der Sonne herrührt“ (Ambros: Arcturius autem fervoris in homine operationem quaestula enutrita; Paris.: hos autem fervo- res in omnem operationem que 6 sole nutrita. Was bedeutet hier vor allem der “Jupiter aegiocus’ (= aegiochus), an dessen Stelle die arabische Übersetzung fol. 24” (s. HARDER in Anm. 182 auf S. gı) vielmehr den Saturn (zuhal) nennt? An den Planeten Jupiter ist doch kaum zu denken, da ja von ihm und den übri- sen Planeten weder sonst in unserer Schrift noch überhaupt in der vorpythagoreischen Literatur in zweifelsfreier Weise die Rede ist, und außerdem von einem Farbenwechsel’ bei diesem Planeten, der sich gerade durch sein stetig hellweißes Licht auszeichnet, kaum gesprochen werden kann. Hierzu kommt noch die ausdrückliche Bemerkung des Galen in seinem Kommentar z. ἃ. St. (8. ob. S. gr Anm. 182): „Unter Saturn versteht Hippo- krates die Sonne, welche durch ihre schnelle Bewegung die ganze Welt erleuchtet und die Dinge auf derselben belebt.“ Folgen wir 180) Vgl. auch x. διαέτ. β' 38 —=VI 530 L: Φύσιν μὲν ἔχει τὰ πνεύματα πάντα ὑγραίνειν καὶ ψύχειν τά TE σώματα τῶν ζώων καὶ τὰ φυόμενα ἐκ τῆς γῆς διὰ τάδε ἀνάγκη ἐστὶ τὰ πνεύματα ταῦτα πάντα πνέειν ἀπὸ χιόνος καὶ κρυστάλλου καὶ πάγων ἰσχυρῶν καὶ ποταμῶν καὶ λιμνέων καὶ γῆς ὑγρανϑείδσης καὶ ψυχρανϑείσης . ὥσπερ γὰρ καὶ τοῖσι ξώοισι πνεῦμα ἔνεστιν [also auch ψυχρόν], οὕτω καὶ τοῖσιν ἄλλοισι πᾶσι, τοῖσι μὲν ἔλασσον, τοῖσι δὲ κατὰ μέγεϑος. Φύσιν οὖν ἔχει ψύχειν καὶ ὑγραίνειν τὰ πνεύματα πάντα... Ρ. 532: Κατὰ δὲ τὰς χώρας ἑκάστας τὰ πνεύματα ὧδε ἔχει τὰ μὲν ἐκ ϑαλάσσης πνεύματα ἐς τὰς χώρας ἐμπίπτοντα ἢ ἀπὸ χιόνος ἢ πάγων ... ὅπαντα ὑγραίνει καὶ ψύχει καὶ τὰ φυτὰ καὶ τὰ ζῶα, καὶ ὑγείην τοῖσι σώμασι παρέχει ὁκόσα μὴ ὑπερβάλλει ψυχρότητι. Natürlich beruhen alle diese Vor- stellungen auf der Beobachtung der für das Mittelmeergebiet so maßgebenden Wir- kungen der Boreas. Vgl. Neumann-PArtson, Phys. Geogr. v. Griechen]. 95ff.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0108.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


