Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![Kapitel 1. Das hohe Alter der Schrift x. ἑβδομάδων vom geographischen und geschichtlichen Standpunkte aus. Das für den Nachweis eines sehr hohen Alters von x. &ßdo- μάδων bei weitem wichtigste Kapitel dieses Buches ist unzweifel- haft das elfte.e Es enthält eine Reihe von Andeutungen geo- graphischer und historischer, d. h. politischer und kulturgeschicht- licher Art, aus denen m. E. mit großer Sicherheit hervorgeht, daß wenigstens der Verfasser des hebdomadischen Abschnitts ein ent- weder in Ionien selbst (Milet?) oder doch in dessen unmittelbarer Nachbarschaft (Knidos?) lebender Grieche war, der höchstwahr- scheinlich der Zeit vor der Eroberung loniens und der Zerstörung Milets durch die Perser, also spätestens der zweiten Hälfte des 6. vorchristlichen Jahrhunderts, angehört hat. Um das zu be- weisen, müssen wir den betreffenden Wortlaut der von HARDER ins Deutsche übertragenen arabischen Übersetzung genauer ins Auge fassen. Es heißt dort: „Auch die ganze Erde zerfällt in sieben Teile: ı, Sie hat als. Kopf und Gesicht den Peloponnes, den Wohnort hochgesinnter Männer. — 2. Den Isthmos, entsprechend dem Rückenmark [9 Hals?]”) — 3. Ionien als Zwerchfell. — 4. Den Hellespont als Schenkel. — 5. Den thrakischen und kimmerischen Bos- porus als Füße. — 6. Ägypten und das ägyptische Meer als Bauch <d. ἢ. den oberen Teil. — 7. Pontos Euxeinos und Maiotis als unteren Bauch und longabo.“‘) 7) Hier erscheint die Übersetzung “Rückenmark’ nicht bloß sachlich (weil die Landenge von Korinth eine viel zu geringe Länge hat, um als “Rückenmark’ oder “Wirbelsäule’ angesehen werden zu können), sondern auch sprachlich unhaltbar, weil ja ἰσϑμός (vgl. ἴσϑμιον) geradezu ‘Hals’, ‘Kehle’, “Schlund’ bezeichnet. Die lateini- schen Übersetzungen a. a. Ὁ. bieten: „medulla cervix“. 8) Sehr merkwürdig und schwer verständlich ist die mehrfach abweichende Reihenfolge der 7 Körperteile in Kap. VII, die aus folgender Gegenüberstellung der beiden Listen erhellt:](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0021.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


