Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![unbedenklich die Behauptung aussprechen, daß die unserem Ver- fasser vorschwebende Weltkarte noch erheblich primitiver und darum älter gewesen sein muß als die (nach BERGER noch vor 550 vor Chr. gefertigte) des Anaximandros, von der wenigstens ein so gründlicher Kenner wie BERGER (a. a. Ὁ. 8. 2f.) annimmt, daß sie außer der taurischen Halbinsel, der ägyptischen Nordküste, den Syrten, Kleinasien usw. auch „die Halbinseln des südlichen Italiens und Attika“ zur Darstellung gebracht habe.) Wenn übrigens BERGER ἃ. 8. Ὁ. meint, “der Hilfsmittel zur Vorstellung der entworfenen Küstenbilder seien so wenige vorhanden und dazu ließen diese wenigen auf so eigentümliche Verzeichnung schließen, daß an eine wahrheitsgetreue Nachzeichnung der [ältesten ionischen] Karten nicht zu denken sei’, so hat er dabei gerade die Weltkarte des Verfassers von #. &ßd. außer Acht gelassen, aus der wenigstens so viel hervorgeht, daß die darauf befindliche Umrißzeichnung eine gewisse Ähnlichkeit mit einer (liegenden?), vielleicht wunder- lich verrenkten') Menschengestalt haben muß. Wir haben also 14) Jedenfalls war die in m. £ßd. geschilderte Karte wesentlich altertümlicher und unvollkommener als die Weltkarte (γῆς ἁπάσης περίοδος), die nach Herod. 5, 49 Aristagoras von Milet um das Jahr 500 dem spartanischen König Kleomenes vor- legte. Diese enthielt ϑάλασσάν re πᾶσαν καὶ ποταμοὺς πάντας, ferner eine Zeichnung Lydiens, Phrygiens, Kappadokiens, Kilikiens, Cyperns, Armeniens, Persiens usw. Hier werden, dem Zusammenhang und den Zwecken des Aristagoras entsprechend, nur die östlichen Länder aufgezählt. — Von den allerältesten Weltkarten, die er zu Gesicht bekommen hat, bemerkt Herod. 4, 36: γελῶ δὲ ὁρέων γῆς περιόδους γράψαν- τας πολλοὺς ἤδη καὶ οὐδένα νόον ἐχόντως ἐξηγησάμενον. οἱ ἀκεανόν τε δέοντα γράφουσι πέριξ τὴν γῆν, ἐοῦσαν κυκλοτερέα ὡς ἀπὸ τόρνου, καὶ τὴν ᾿Δσίην τῇ Εὐρώπῃ ποιεύντων ἴσην. Der nun folgenden Erdbeschrei- bung Herodots liegt wahrscheinlich die Weltkarte des Aristagoras zu- grunde. —Vgl.auch WoLre. ScHuLtz’ interessante graphische Darstellung der Weltkarte des Thales in seiner Altion. Mystik I, Leipz. 1907 5.154. 15) Will man sich eine an- nähernde Vorstellung von der vor- ausgesetzten “Verrenkung’ der Men- schengestalt machen, so denke man an die wunderlich verrenkten Ge- nn fi ai | stalten der ägyptischen Himmels- 2 Himmelsgöttinnen und Erdgottheit (?) der Ägypter nach εὔνοια Nut bei Bruason, Kelig. und Brusson, Religion u. Mythologie ἃ. alt. Ägypter 8.21. Mythol.d.alt. Agypter?8.210u.211.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0024.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


