Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![Bekanntlich bezeichnet Thukydides mit den Ausdrücken Πελοπόννησος und Πελοποννήσιοι gewöhnlich die Lakedaimonier und ihre Bundesgenossen, und zwar oft im Gegensatz zu den loniern und Athenern®”); wir haben aber allen Grund zu der Annahme, daß jene Ausdrucksweise sehr viel älter ist als Thukydides und bereits in jene Zeit zurückreicht, wo die Lakedaimonier auch die Tegeaten zwangen, ihnen Heeresfolge zu leisten, die flüchtigen Messenier, die bei ihnen Aufnahme gefunden hatten, zu verjagen und niemand wegen spartanerfreundlicher Gesinnung hinzurichten’ (Ep. Meyer, Alte Gesch. II $ 469 8. 765). Dies geschah um die Mitte des 6. Jahrhunderts. Durch die damals vollendete Gründung des unter spartanischer Führung stehenden peloponnesischen Staatenbundes wurde der „spartanische Militärstaat weitaus die stärkste Macht der griechischen Welt“, mit dem sogar die fremden Herrscher wie Kroisos”) und Amasis’') Verbindungen anknüpften, um sich eventuell seine politische oder militärische Hilfe zu sichern. Am Hinblick nun auf den Umstand, daß der Verfasser des Buches von der Siebenzahl ein Grieche von der Küste Kleinasiens und zwar wahrscheinlich ein Milesier ist oder doch zu Milet nahe Beziehungen gehabt hat, ist es für unsern Zweck natürlich von besonderer Wichtigkeit zu sehen, wie die kleinasiatischen Griechen, besonders die Ionier des 6. Jahrhunderts, zu Sparta gestanden und über den Charakter der Lakedaimonier geurteilt haben. In dieser Beziehung führe ich vor allem die Äußerung des Milesiers Arista- goras an, mit der er nach Herodot 5, 49 kurz vor dem Aufstande 49) Vgl. Thuk. 1, 1, 1: τὸν πόλεμον τῶν Πελοποννησίων καὶ ᾿4ϑηναίων. --- ı, 122, 3 (Rede des Korinthers): αἰσχρὸν τῇ Πελοποννήσῳ καὶ πόλεις τοσάσδε ὑπὸ μιᾶς [Athen] κακοπαϑεῖν. --- I, 141, 2 (Rede des Perikles): αὐτουργοί τὲ γάρ εἰσι Πελοποννήσιοι καὶ οὔτε ἰδίᾳ οὔτ᾽ ἐν κοινῷ χρήματά ἐστιν αὐτοῖς. --- 1,141, 5: μάχῃ μὲν γὰρ μιᾷ πρὸς ἅπαντας “Ἕλληνας δυνατοὶ Πελοποννήσιοι καὶ οἵ ξύμμαχοι ἀντίσχειν. ---- 7, 5, 3 (Rede des Gylippos): τῇ δὲ γνώμῃ οὐκ ἀνεκτὸν ἐσόμενον, εἰ μὴ ἀξιώσουσι, Πελοποννήσιοί τε ὄντες καὶ Δωριῆς. Ἰώνων καὶ νησιωτῶν καὶ ξυγ- κλύδων ἀνθρώπων κρατήσαντες ἐξελάσασϑαι ἐκ τῆς χώρας. --- Ähnlich gebraucht den Ausdruck Πελοπ. auch schon Herodot, Ζ. B. 4, 77. 161. 5, 70; 6, 79. 7, 137 κατὰ τὸν Πελοποννησίων καὶ ᾿4ϑηναίων πόλεμον. --- 7, 228 (Epigramm); 235; πάν- τῶν Πελοποννησίων συνομοσάντων (Rede des Damaratos). 50) Herod. 1, 69. 51) Herod. 3, 47. — Sogar die skythischen Nomaden sandten nach He- rod. 6, 84 zur Zeit des Dareios Gesandte nach Sparta, um wegen eines Bündnisses gegen die Perser mit Kleomenes zu unterhandeln. Vgl. auch Busort, D. Lakedä- monier u. ihre Bundesgenossen 269 ἢ](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0042.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


