Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![maden unzweifelhaft (das lehrt schon eine Statistik der Fristen bei “Hippokrates’ unwiderleglich)”) nicht bloß am häufigsten, sondern auch am frühesten benutzt worden.”) Beruht doch, wie ich bereits in den Enneadischen u. hebdomad. Fristen und Wochen’ S. 48 und in den “Hebdomadenlehren’ S. 61 zu zeigen versucht habe, der Glaube an die kritische Bedeutung des siebenten Tages und somit überhaupt der Siebenzahl einfach auf der ebenso ver- breiteten wie altertümlichen Vorstellung von dem gewaltigen Ein- flusse des Mondes und seiner von 7 zu 7 Tagen wechselnden Phasen auf das gesamte Leben der Erde und ihrer Bewohner.“”) Da nun der Mond nach dem Glauben des gesamten Altertums und auch der meisten Naturvölker der Jetztzeit sowohl das Wachsen und Gedeihen aller Lebewesen bedingt, als auch deren Vergehen (Abnehmen) und Krankheit mächtig beeinflußt (s. Selene u. Verw. 8. 67ff., Nachträge dazu 8. 27ff. u. die Artikel Mond- göttin u. Selene im Lex. d. Mythol.), so lag es nahe, die Ent- wickelung auch des Menschen im allgemeinen, besonders aber des Fötus im Mutterleibe, zunächst nach den 7tägigen Phasen des Mondes und weiter überhaupt nach hebdomadischen Fristen vor sich gehend zu denken. Wie verbreitet solche hebdomadische’ Volksanschauungen auch in den höchstgebildeten Kreisen Athens und Ioniens in der Zeit von 600 bis soo v. Chr. waren, ersehen wir auf das deut- lichste einerseits aus der berühmten, von keinem Geringeren als Solon vorgetragenen Hebdomadentheorie von dem ro Abschnitte zu je 7 Jahren umfassenden Normalverlaufe des menschlichen Lebens von 70 Jahren“), anderseits aus Fragment 126° (DiELs) des Herakleitos: κατὰ λόγον δὲ ὡρέων συμβάλλεται ἑβδομὰς κατὰ σελήνην, zu dessen Verständnis ich auf meine Darlegungen in 82) Die Beweise dafür siehe in meinen “Hebdomadenlehren’ 8. 58 ff. 63 ff. 66ff., ferner in den “Ennead. Stud.’ S.80ff. und in den Tessarakontaden’ S.88ff. u. 107ff. 83) Vgl. Hebdomadenlehren’ 8. 56 Anm. 95; Tessarakontaden’ 5. 83 83b) Vgl. jetzt namentlich das unanfechtbare Zeugnis des Diokles b. Galen de decub. ex math. scient. = XIX 530K.: (s. Dies, Ber. ἃ. Berl. Ak. τοῖο [LIIT] 8.1143,2): Διοκλῆς δὲ ὁ Καρύστιος καὶ δητότερον οὐ μόνον αὐτὸς {ταὐτόν φησιν... ἀλλὰ καὶ τοὺς ἀρχαίους ἱστορεῖ ἀπὸ τῶν φωτισμῶν καὶ τοῦ δρομήματος τῆς σελήνης τὰς κρίσεις ποιουμένους τῶν νόσων. Zu diesen ἀρχαῖοι gehört aber in erster Linie unser Verf. von m. ἐβδ. (vgl. Kap. 26 f.). 84) Vgl. Hebdomadenlehren 8. ı4ff., wo leider der Hinweis auf Censorin. de die nat. 14 fehlt.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


