Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher.
- Wilhelm Heinrich Roscher
- Date:
- 1911
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Credit: Über Alter, Ursprung und Bedeutung der Hippokratischen Schrift Von der Siebenzahl : ein Beitrag zur Geschichte der ältesten griechischen Philosophie und Prosaliteratur / von Wilhelm Heinrich Roscher. Source: Wellcome Collection.
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![den ‘Hebdomadenlehren’ 8. 54f. und in den ‘Ennead. Stud! 8. 135 (vgl. auch Dıeus, Vorsokr.” II, ı 5. 666) verweisen möchte. Hierzu kommt noch die ebenfalls uralte, auf dem allgemein verbreiteten ‚Glauben der Schwangeren und Wöchnerinnen an die Bedeutung der glückverheißenden (weil ungeraden) Siebenzahl im Gegensatze zur (geraden) Achtzahl beruhende Anschauung von der Lebens- fähigkeit der Siebenmonatskinder und der ausnahmslosen Sterb- lichkeit der Achtmonatskinder, wie wir sie namentlich in den hippokratischen Traktaten #. ἑπταμήνου und =. ὀχταμήνου, aber auch sonst vielfach ausgesprochen finden (Ennead. Stud! 8. 71 u. A. 107. “Tessarakontaden’ 8. 95f.). Übrigens steht hinsichtlich der physiologischen Bedeutung der Siebenzahl“) genau auf demselben Standpunkte wie der Verfasser von z. &ßd. auch der Autor von #. σαρκῶν (19 = VIII 608 L.), wenn er in einem den Schluß des Ganzen bildenden, vielleicht direkt aus dem ursprünglichen Buche z. &pd. (8. unt. S. 5of.) ent- lehnten Abschnitte sagt: Ὁ δὲ αἰών ἐστι τοῦ ἀνθρώπου ἑπταήμερος. Πρῶτον μὲν ἐπὴν ἐς τὰς μήτρας ἔλθῃ ὃ γόνος, ἐν ἑπτὰ ἡμέρῃσιν ἔχει ὁκόσα περ ἐστὶν ἔχειν τοῦ σώματος. Nun folgt ein inter- essanter Bericht über die vermeintlichen Erfahrungen, welche die öffentlichen Dirnen machen: τοῦτο δέ τις ἂν θαυμάσειεν ὕὅχως ἐγὼ 85) In anderen wichtigen Punkten freilich, namentlich in seiner Kosmologie (Physik) und in seiner Theorie von den kritischen Tagen weicht x. σαρκῶν erheb- lich ab von σπ. Eßd., so daß gar nicht an den gleichen Verfasser gedacht werden kann, wie ich *Ennead. Stud.’ 8.13 1f. gegen Lrrtr# und Gomperz nachgewiesen habe. Übrigens steht die Hebdomadentheorie in π. o«ox. am Schlusse dieses Buches und macht durch- aus den Eindruck eines Zusatzes aus einer früheren Schrift über die Siöbenzahl, viel- leicht derselben, aus der auch die ersten Kapitel von x. ἑβδομάδων entlehnt sind, auf die möglicherweise auch die Schlußworte (des späteren Redaktors der Hippokratika?) Bezug nehmen: Τῆς δὲ φύσιος τὴν ἀνάγκην. διότι Ev ἑπτὰ τουτέων ἕκαστα διοικεῖται. ἐγὼ φράσω ἐν ἄλλοισιν. Wenn ΟΟΜΡΕΒΖ aus diesem Satze schließt, daß π. σα. x. und π. ἑβδομάδων ursprünglich zusammengehört hätten, so kann ich dieser Voraussetzung zwar nicht in bezug auf das ganze Buch π΄. o«ox., wohl aber hinsichtlich seines heb- domadischen Schlußkapitels zustimmen, das, wie gesagt, auch auf mich den Ein- druck eines aus einer medizinisch-philosophischen Schrift von der Siebenzahl ent- lehnten Zusatzes macht. — Ganz ähnlich wie ich urteilt über das Verhältnis der beiden Bücher zueinander, wie ich erst später zu meiner Freude wahrgenommen habe, R. Fuchs in ἃ. Gesch. ἃ. Heilkunde Ὁ. ἃ. Griechen = Hdb. ἃ. Gesch. ἃ. Mediz., begr. v. Puschmann I (1902), wenn er 8. 212 sagt: „Hiermit [d. ἢ. mit Kap. I—-XVIHI] hängt Kap. XIX üb. die 7-Zahl nur äußerlich zusammen. Ich nehme daher an, daß nur der letzte Teil von demselben Knidier herrührt wie ob. ı u. 2 (= n. νούσ. γ΄ und =. ἐβδ.); denn auf de hebd. wird im Schlußsatze von x. oaox. verwiesen.“](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29003714_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


